Serbenführer: KFOR-Soldaten schossen Demonstranten in den Rücken
Wieder Schusswechsel im Kosovo

afp PRISTINA. Belgische Soldaten der NATO-geführten Kosovo-Truppe KFOR haben nach Angaben eines Serbenführers bei gewalttätigen Protesten am Wochenende mehr als 15 Kugeln in die Menge gefeuert und dabei zwei Serben im Rücken getroffen. Oliver Ivanovic, der Vorsitzernde des Serbiwchen Nationalrats in Kosovska Mitrovica, warf den KFOR-Soldaten am Dienstag vor, "unangemessen" auf die Proteste in der Stadt Leposavic im Nord-Kosovo reagiert zu haben, bei denen zwei Serben ums Leben kamen. Auslöser der Proteste war die Festnahme eines Serben, den die UN-Polizei mehrerer Straftaten verdächtigt. Aufgebrachte Serben hatten daraufhin die von belgischen KFOR-Soldaten bewachte UN-Polizeiwache angegriffen und drei belgische Militärfahrzeuge in Brand gesteckt.

Nach Darstellung des Kommandeurs der belgischen KFOR-Soldaten feuerten seine Männer Warnschüsse ab. Dabei habe ein Querschläger einen Serben tödlich getroffen. Ein zweiter Serbe erlag einem Herzinfarkt, ein dritter Verletzter wurde im Krankenhaus behandelt. KFOR und die UN-Polizei haben zu den Vorfälle vom Samstag in Leposavioc, einer beinahe aussdchließlich von Serben bewohnten Stadt Ermittlungen eingeleitet. Ein KFOR-Sprecher sagte, sechs belgische Soldaten und ein ziviler KFOR-Mitarbeiter seien während der Unruhen drei Stunden lang als Geiseln genommen worden. Ivanovic wollte am Dienstag mit Vertretern von UNO und NATO über Möglichkeiten zur Beruhigung der Lage sprechen.

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