Serbien-Montenegro besiegt
Völlers Notelf beendet Durststrecke

Ausgerechnet eine Verlegenheitself hat die längste Durststrecke in der Ära von Teamchef Rudi Völler beendet. Nach einem halben Jahr ohne Sieg gewann die nach zahlreichen Absagen bunt zusammengewürfelte deutsche Fußball-Nationalmannschaft am Mittwoch in Bremen das Testspiel gegen Serbien-Montenegro mit 1:0 (0:0).

HB/dpa BREMEN. Vor 26 000 Zuschauern im Weserstadion wurde der Vize-Weltmeister durch ein Tor von Sebastian Kehl und viel Glück für seine engagierte Leistung belohnt. Während Gäste-Keeper Dragoslav Jevric den haltbaren Verzweiflungsschuss des Dortmunders aus 30 Metern passieren ließ, hielt Oliver Kahns Vertreter Frank Rost auf der Gegenseite mit drei tollen Paraden den Sieg der Hausherren fest, die zuletzt drei Mal in Folge nicht gewonnen hatten.

Angesichts der Personalmisere entpuppte sich das erste DFB - Länderspiel gegen die früheren jugoslawischen Teilrepubliken erwartungsgemäß fast als Muster ohne Wert. Zwar bemühte sich die nach einer beispiellosen Flut von Absagen zur Notgemeinschaft gewordene Nationalelf um Spielfluss und Tempo, doch fehlte dem Team nach nur einer gemeinsamen Trainingseinheit zwangsläufig die Abstimmung. Individuelle Schwächen und eine hohe Fehlerquote im Aufbau standen allzu häufig dem Vorhaben im Wege, die Bewährungschance zu nutzen.

Zu den Aktivposten einer wenig homogenen deutschen Elf zählte der Berliner Arne Friedrich, der ohne direkten Gegenspieler seinen Freiraum auf der rechten Seite nutzte. Auch sein Pendant Michael Hartmann zeichnete sich durch viele Ballkontakte aus. Der "Notnagel", den der Ruf des Teamchefs am Dienstag auf dem Trainingsplatz von Hertha BSC erreicht hatte und der als 21. Neuling unter Völler zum Einsatz kam, lieferte ein ordentliches Debüt ab. Im zweiten Durchgang kam mit dem Stuttgarter Andreas Hinkel Debütant Nummer 22 aufs Feld.

Dagegen bekam der nach dem Ausfall von Michael Ballack in seine Lieblingsposition als zentraler Mann gerückte Torsten Frings im Mittelfeld die Fäden nicht wie erhofft in die Hand. In der Spitze gab es für das erstmals zusammen spielende Duo Fredi Bobic und Kevin Kuranyi, der überraschend in der Startelf den Vorzug vor Miroslav Klose erhalten hatte, kein Durchkommen. Auch als nach der Pause WM- Torjäger Miroslav Klose für Bobic in die Partie kam, wurde das Angriffsspiel nicht druckvoller. Erst als sich Kehl nach einer Stunde ein Herz fasste und mit tatkräftiger Unterstützung von Jevric ins Schwarze traf, war der Bann gebrochen. Zwölf Minuten vor dem Ende wurde ein Treffer des gerade eingewechselten Benjamin Lauth wegen Abseits aberkannt.

Zwar verbuchte die deutsche Mannschaft eine Halbzeit lang ein Plus an Spielanteilen, doch zur einzigen klaren Torchance kamen die Gäste. Als Nenad Jestrovic in der 18. Minute seinem Gegenspieler Wörns davonlief, musste Rost erstmals Kopf und Kragen riskieren, um einen Rückstand zu verhindern. Auf der Gegenseite standen lediglich ein Frings-Freistoß (9.), der sein Ziel klar verfehlte, und ein abgeblockter Kehl-Schuss (36.) zu Buche.

Weitere Chancen der Gastgeber vereitelte die vom Bremer Mladen Krstajic glänzend organisierte Hintermannschaft der Serben und Montenegriner. Eine blasse Vorstellung im Gäste-Trikot bot Zvonimir Vukic, der Angreifer von Partizan Belgrad, der von seinem Trainer Lothar Matthäus vorher als Wunderspieler gepriesen worden war. Dafür stellte Savo Milosevic im zweiten Durchgang seine Torgefährlichkeit unter Beweis. Mit zwei spektakulären Paraden gegen den 29 Jahre alten Stürmer von Espanyol Barcelona verhinderte Rost (46./49.) drohenden Flurschaden und stellte seine Klasse unter Beweis. Trotz des unverkennbaren Bemühens konnte sich die deutsche Mannschaft auch im zweiten Durchgang kaum zwingende Torchancen erspielen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%