Serena Williams gewinnt Damen-Konkurrenz
Agassi zieht mit Ehefrau Steffi Graf gleich

In der familieninternen Wertung hat Andre Agassi mit Steffi Graf gleichgezogen. Der US-Amerikaner gewann am Sonntag zum fünften Mal nach 1990, 1995, 1996 und 2001 das mit 2,95 Millionen Dollar dotierte Tennisturnier in Key Biscayne. Das war zuvor nur seiner Frau gelungen.

dpa KEY BISCAYNE. "So wie sich die Dinge entwickeln, habe ich eine Chance, sie zu überholen. Ich weiß nämlich, dass sie keinen Titel mehr gewinnen wird. Ich steige also auf im Haushalt", witzelte Agassi nach seinem 6:3, 6:3, 3:6, 6:4-Finalerfolg gegen den Schweizer Roger Federer. Der Sieg, durch den er sich in dem am Montag aktualisierten Champions Race vom 28. auf den siebten Platz vorschob, brachte 456 000 Dollar in die Familienkasse.

Auch Serena Williams entschied in Key Biscayne ein Familien-Duell für sich. Die 20-Jährige hatte im Halbfinale ihre ein Jahr ältere Schwester Venus ausgeschaltet. Beflügelt von dem Erfolg im "Sister- Act" setzte sie sich auch im Endspiel der mit 2,82 Millionen Dollar dotierten Damen-Konkurrenz gegen die weiterhin als Weltranglisten- Erste geführte Jennifer Capriati (USA) mit 7:5, 7:6 (7:4) durch.

Von der Erfolgsbilanz eines Andre Agassi ist Serena Williams allerdings noch weit entfernt. Der Titel bei dem Turnier im Süden Floridas war bereits sein 13. Sieg bei einem Masters-Turnier. Eine Zahl, die bei den Tennis-Herren unerreicht ist. Außerdem verließ Agassi am Sonntag den Tenniscourt zum 700. Mal als Sieger. Nur acht andere Männer in der Tennis-Geschichte haben diese Marke erreicht.

Um gegen den elf Jahre jüngeren Federer die Oberhand zu behalten, musste der 31-jährige Agassi seine ganze Routine ausspielen. Immerhin hatte Federer das Finale in Key Biscayne erreicht, ohne einen Satz oder einen Aufschlag abzugeben. "Ich wusste, dass ich gegen Roger nicht viele Gewinnschläge bekommen würde. Mein Ziel war es, ihm so viele Fehler wie nur möglich machen zu lassen", sagte der Amerikaner. Die Rechnung ging auf. Agassi hatte nur 21 der so genannten "winners", Federer verbuchte aber 44 leichte Fehler. Lediglich einen kleinen Durchhänger gönnte sich der ehemalige Weltranglisten-Erste, als er den dritten Satz abgab. Mitte des vierten Satzes hatte sich Agassi wieder gefangen. Beim Stande von 2:4 gelang ihm das Re-Break, gefolgt von einem souveränen Service und einem weiteren Break. Das 5:4 war die Vorentscheidung, Federer hatte nichts mehr zuzusetzen.

Der Ansturm der "jungen Wilden" wie Federer oder Lleyton Hewitt (Australien) scheint Agassis Ehrgeiz nur noch mehr anzustacheln. In einem Alter, in dem andere Tennisprofis an die Rente denken oder nicht mehr zu Höchstleistungen fähig sind, will er es noch einmal wissen: "Ich fordere mich jeden Tag selbst heraus. Sei es auf dem Platz oder außerhalb. Schließlich werden diese Jungs jedes Jahr besser und besser."

Für den unterlegenen Federer blieben 240 000 Dollar als Trost und die Erkenntnis, dass er sich auf dem richtigen Weg befindet: "Es war ein großartiger Start in dieses Jahr. Darunter war immerhin mein zweiter Karriere-Titel in Sydney." Mit 23 gewonnenen Spielen blieb Federer in diesem Kalenderjahr öfter erfolgreich als jeder andere.

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