Serie: Aktie unter der Lupe: Beiersdorf bleibt im Blick

Serie: Aktie unter der Lupe
Beiersdorf bleibt im Blick

Kommt der Niveahersteller Beiersdorf in den Dax, wäre die Aktie ein Blue Chip für Fonds, meinen Analysten. Derzeit notiert sie unter ihrem fairen Wert, sagen die meisten Befragten.

HAMBURG. Konjunkturflauten können der Aktie des Kosmetik- und Pflasterherstellers Beiersdorf AG, Hamburg, nicht viel anhaben. Dank seiner Konzentration auf nur noch zehn große Marken und des überragenden Gewichts der Weltmarke "Nivea" liefert Beiersdorf-Chef Rolf Kunisch ein Rekordergebnis nach dem anderen ab. Dazu trägt auch bei, dass es Kunisch gelungen ist, weltweit alle Rechte an Nivea zurückzukaufen, die nach dem Zweiten Weltkrieg teilweise verloren gegangen waren.

Innerhalb der vergangenen 52 Wochen ist der Kurs des MDax-Titels rund 30 Prozent gestiegen; in zwei Jahren hat er sich praktisch verdoppelt. Unsicherheit über die Zukunft des Konzerns haben zuletzt den Kurs aber von 144 Euro auf 126 Euro abbröckeln lassen. Die Frage ist, wer bei Beiersdorf künftig das Sagen hat: die Allianz, ein industrieller Investor oder die Familie Herz (Tchibo), die Aktionären kein Übernahmeangebot machen müsste.

Die Analysten der Investmentbank Goldman Sachs haben die Beiersdorf-Aktie auf "Market Perform" (Entwicklung wie der Markt) von "Market Outperform" (besser als der Markt) heruntergestuft. Den Anlegern empfehlen sie, ihre Gewinne zu realisieren. Das sehen andere Analysten anders. So empfiehlt die Vereins und Westbank, - die Aktie zu akkumulieren. Auch weil sich die von Beiersdorf für 2001 angekündigten Ergebnisse sehen lassen können. Für 2002 hat Beiersdorf ein Umsatzwachstum von mehr als acht Prozent sowie eine Zunahme der Profitabilität anvisiert. Vereins und Westbank - Analyst Michael Mantlik nennt diese Annahme "sehr konservativ". Er sieht den fairen Wert der Aktie bei 135 Euro. Nach Mantliks Meinung sollten Kurse um 125 Euro zum Kauf genutzt werden. Bei einer Mehrheitsübernahme durch einen Wettbewerber kalkuliert Mantlik mit einem Paketzuschlag in Höhe von zehn Prozent auf den fairen Wert der Aktie, also 150 Euro.

Sven Dopke von der Warburg Bank geht noch weiter. Er stellt den fairen Wert auf 147 Euro. Dopke: "Was immer jetzt passiert, der Kurs müsste in Richtung des fairen Wertes gehen, oder darüber". Für den Fall der Übernahme von Beiersdorf durch einen Wettbewerber hält Dopke einen Kurs von 180 Euro für möglich. Allerdings sei hierin ein hohes spekulatives Element enthalten. Der Grund: Bei einem Transaktionsvolumen von 12 Mrd. Euro bleibe als kaufkräftiger Kandidat im wesentlichen nur Procter&Gamble. Deren Ziel müsse sein, die Mehrheit an Beiersdorf ohne den bisherigen 30-prozentigen Großaktionär Tchibo zu erhalten.

Fraglich sei indes, ob der Allianz, die 43,6 Prozent der Beiersdorf Aktien hält, an einem Deal gelegen ist, der zur Schlagzeile führt: "Allianz verkauft Nivea ins Ausland", verbunden mit der Diskussion um Arbeitsplatz- und Standortabbau bei Beiersdorf in Deutschland.

Analysten halten für wahrscheinlicher, dass Tchibo den Beiersdorf-Anteil mit Allianz-Hilfe auf 50 Prozent erhöht. Die übrigen 50 Prozent würden als Streubesitz an die Börse gebracht. Diese Aktien würden Preise zwischen 140 bis 160 Euro bringen, meint Dopke. Durch den erhöhten Streubesitz dürfte Beiersdorf dann auch in den Dax 30 aufsteigen. Als Dax-Wert wäre Beiersdorf für Fonds als Kosmetikmarke, die stark wächst, interessant und die erste echte Anlagealternative zu der extrem teuren L?Oréal.

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