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Derivate-ABC: Gleichartige Risiken werden verrechnet

kjo FRANKFURT/M. Der Vorteil des Terminmarktes gegenüber dem Kassamarkt besteht unter anderem darin, daß für Positionen in Derivaten nicht der volle Kontraktgegenwert zu zahlen ist, sondern nur ein betraglich geringerer (Sicherheits-) Einschuß geleistet werden muß. Auf diese Weise entsteht die Hebelwirkung bei Termingeschäften. Der Sicherheitseinschuß (Margin) hat prinzipiell dem Erfordernis Rechnung zu tragen, das Verlustrisiko einer Position möglichst realitätsnah abzubilden. Die Margin darf also nicht zu niedrig angesetzt sein. Sonst bestünde die Gefahr, daß innerhalb kürzester Zeit auftretende Verluste nicht mehr ausgeglichen werden können. Andererseits darf sie nicht zu hoch bemessen sein. Denn dies bedeutet eine Übersicherung der Position. Bei der Beurteilung des Risikos kommt es weniger darauf an, welche Gefahren theoretisch denkbar erscheinen. Relevant ist vielmehr das Risiko, das sich aus einer realistischen Einschätzung der aktuellen Verfassung des Marktes bzw. des betreffenden Produktes (Basiswerts) heraus ergibt. Theoretisch ist es zwar möglich, daß der Dax auf Null Punkte fällt und daher der gesamte Kontraktgegenwert als Margin gerechtfertigt erscheint. Realistisch ist ein Kursrutsch dieser Größenordnung innerhalb von 24 Stunden jedoch nicht.

Das Clearing einzelner Position fußt auf dem Margining-Verfahren, das die Risiken mißt, Sicherheitsleistungen berechnet, täglich neu anpaßt und abwickelt. Betrachtet wird hierbei immer das gesamte Konto eines Marktteilnehmers und infolgedessen das maximale Verlustrisiko dieses Kontos. In diesem Zusammenhang ist zu berücksichtigen, daß ein Investor zwar in verschiedene Produkte investieren kann, jedoch insgesamt nur einem Risiko ausgesetzt ist. Wer sich zum Beispiel im Deutschen Aktienindex engagieren möchte, kann sein Ziel entweder über den Kauf einer Dax-Option oder über den Erwerb eines Dax-Futures erreichen. Der Anleger hält dann zwar zwei Positionen, ist jedoch nur einem Risiko ausgesetzt, nämlich den Kursschwankungen des Marktbarometers. Es handelt sich demnach um gleichartige Risiken. Produkte, die dem gleichen Risiko ausgesetzt sind, werden in einer Margin-Klasse zusammengefaßt. In diesem Fall der Marginklasse Dax. Entsprechende Marginklassen existieren für anderen Aktienindizes, Zins-Derivate etc. Mehrere einzelne Margin-Klassen lassen sich zu einer Margin-Gruppe kombinieren. Eine Margin-Gruppe könnten bestimmte Zinsinstrumente sein, die wiederum einem einheitlichen Risiko ausgesetzt sind. Gleiche Risiken können durch unterschiedliche Positionen entgegengesetzt wirken und damit zu einem Ausgleich des Gesamtrisikos führen. Zu denken ist hierbei an parallel aufgebaute Kauf- und Verkaufspositionen im gleichen Derivat.





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