Serie: Die Fesseln des Arbeitsmarktes: Mutterschutz verhindert neue Jobs

Serie: Die Fesseln des Arbeitsmarktes
Mutterschutz verhindert neue Jobs

Frauen haben es besonders schwer auf dem Arbeitsmarkt. Vor allem mittelständische Arbeitgeber machen oft einen weiten Bogen um junge weibliche Bewerber, selbst wenn diese noch so qualifiziert sind. Sie haben Angst, dass die neue Kollegin schwanger werden könnte - denn dann wird es teuer für den Arbeitgeber.

Das Problem: Niemand bestreitet, dass Schwangere und Mütter besonderen Schutz verdienen, auch bei der Arbeit. Doch das deutsche Arbeitsrecht lässt den Arbeitgeber mit den Lasten dieser Situation alleine. Wenn es bei der Schwangerschaft Komplikationen gibt, darf er die werdende Mutter nicht mehr beschäftigen, muss sie aber die ganze Zeit weiter bezahlen. Nach einem neueren Urteil des Europäischen Gerichtshofs (Az.: C 109/00) muss der Arbeitgeber es sogar hinnehmen, dass sich eine Frau für eine Stelle bewirbt, die sie wegen eines gesetzlichen Beschäftigungsverbots als Schwangere gar nicht ausüben kann. Im Bewerbungsgespräch ist die Frage nach der Schwangerschaft unzulässig. Geht die Frau nach der Geburt in den Erziehungsurlaub - neuerdings Elternzeit genannt - , muss er ihre Stelle für sie freihalten, was neue Kosten verursacht.

DIE PRAXIS: "Zur Zeit beschäftigen wir in unserem Unternehmen etwa 25 % Frauen. Wie viele andere Unternehmer auch würden wir aufgrund ihrer Qualifikation gerne mehr Frauen einstellen. Doch bei dem hohen Schutzniveau, den heute eine schwangere Arbeitnehmerin bzw. eine Arbeitnehmerin mit Kindern durch das Mutterschutzgesetz und das Bundeserziehungsgeldgesetz hat, werden wir von der vermehrten Einstellung von Frauen absehen. ir können es uns als mittelständisches Unternehmen einfach nicht leisten, die hohen Entgeltfortzahlungskosten für die Zeiten mutterschutzrechtlicher Beschäftigungsverbote zu zahlen. Zudem besteht immer die Gefahr, dass ein Arzt der Arbeitnehmerin ein generelles Beschäftigungsverbot für die gesamte Dauer der Schwangerschaft verordnet. In dem Moment steigen die Kosten für die Entgeltfortzahlung ins Unermessliche. Dass es bei uns im Unternehmen relativ wenig weibliche Führungskräfte gibt, liegt auch an den Ausfallzeiten, die durch die Inanspruchnahme des Erziehungsurlaubs (Elternzeit) entstehen. Die gutgemeinten Regelungen zum Mutterschutz, den ich grundsätzlich für richtig halte, und zur Elternzeit sind leider in dieser Form ein echtes Beschäftigungshindernis."

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