Serie: Medienwelt der Zukunft
Das Netz in uns

Die Welt der Medien wandelt sich radikal. Fühlende Handys und kommunizierende Spiegel sind keine Zukunftsmusik mehr. Das Handelsblatt ist der neuen Netz-Gesellschaft auf der Spur und beschreibt im dritten Teil der Serie "Medienwelt der Zukunft", wie hoch komplexe Technik einen immer größeren Teil unseres Lebens einnehmen wird.

TOKIO/REDMOND. Die fahrerlose Yurikamome-Hochbahn gleitet in schneller Fahrt über die fast 1000 Meter lange Rainbow Bridge mit ihrem spektakulären Blick auf die Skyline von Tokio. Der computergesteuerte Zug endet in Odaiba, dem jüngsten und futuristischsten Stadtteil der japanischen Metropole, gelegen auf einer künstlichen Insel.

Hier, in der Nähe eines riesigen Vergnügungsparks, bestaunen japanische Familien beim Wochenendausflug im ökologisch korrekten High-Tech-Bau des Panasonic Centers die Technik, die in wenigen Jahren die Auslagen der Kaufhäusern des berühmten Elektronik-Stadtteils Akihabara füllen werden. Das "ubiquituos network", wie Matsushita-Chef Fumio Ohtsubo es ausdrückt, das "überall verfügbare Netz", ist dabei unsichtbar, aber allgegenwärtig im japanischen Apartment 2010, egal ob in Küche oder Schlafzimmer.

Der Kleiderschrank ruft über das Netz den Wetterbericht am Reiseziel ab und schlägt die passende Kleidung vor. Kombiniert der Hausherr lieber selber, gibt es dezente Hinweise, falls die Farben wieder nicht zueinander passen oder ein Kleidungsstück in der Waschmaschine ist. Die hat ihren Inhalt längst gemeldet. RFID-Chips in den Etiketten verhindern Verwechslungen.

Eine fast raumhohe "digital wall" aus zwei Plasma-Bildschirmen ist die Schaltzentrale, um E-Mails zu öffnen, TV-Programme und Musik zu starten oder die Haustechnik zu überwachen, vom Garagentor bis zur Klimaanlage. Für den Kinoabend wird die Fläche zur Leinwand.

Solche Szenarien werden die Kapazitäten des Internets bis zum Bersten belasten. Schon jetzt werden die IP-Adressen knapp, jene Nummern aus vier Blöcken zu je drei Ziffern, die das Web definieren. In drei Jahren, so der Branchenverband Bitkom, werden voraussichtlich 1,5 Mrd. Menschen weltweit online sein. IBM Consulting, glaubt, dass dann jeder Mensch im Schnitt 1000 persönliche IP-Adressen haben wird, vom Mobiltelefon über die Kaffeemaschine bis zur Autonavigation. Längst wird deshalb, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, die Web-Infrastruktur vom gut 20 Jahre alten "IPv4"-Namenssystem auf das leistungsfähigere "IPv6" aufgerüstet.

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