Serie: Medienwelt der Zukunft
Medienriesen auf tönernen Füßen

Die klassischen Medienkonzerne gelten als Verlierer des Internet-Zeitalters. Doch die Giganten wie Time Warner und Bertelsmann haben sich längst auf die neue Welt eingestellt und trumpfen mit eigenen Angeboten auf - teils selbst gebaut, aber oft zugekauft.

DÜSSELDORF. Einst standen Medienriesen wie Time Warner, Disney, Bertelsmann und News Corp. auf soliden Fundamenten. Doch das Web 2.0 bringt sie ins Wanken. Ihre traditionellen Geschäfte wie Zeitungen, Zeitschriften, aber auch Fernsehen und Video werden bedroht. Im Gegenzug eröffnet die Digitalisierung der Medienwelt vielfältige Chancen. Doch die Lösungen, wie die Medienriesen auf tönernen Füßen die digitale Zukunft meistern, sehen sehr unterschiedlich aus. Ein Überblick:

Time Warner

Der weltgrößte Medienkonzern Time Warner und das Internet - das ist eine besondere Geschichte. Die gefeierte Fusion mit dem Online-Dienst AOL hat nie richtig funktioniert. Bis heute ist AOL eine Dauerbaustelle. Immerhin ist der jüngste Strategieschwenk vom Zugangs- zum Inhaltegeschäft mittlerweile vollzogen, und AOL profitiert vom boomenden Online-Werbemarkt in den USA. In Europa sind die Amerikaner aber kläglich gescheitert.

Dennoch: In den USA verdient Time Warner viel Geld mit der digitalen Infrastruktur. Das Kabelnetz ist die Stütze des Geschäfts. Das Paket aus Telefonie, Internet und Fernsehen aus einer Hand - in der Branche "Triple Play" genannt - kommt beim Kunden an. Mehr als elf Mrd. Dollar setzt Time Warner allein im US-Kabelgeschäft um. Auch bei der Internetsuche hat sich der Konzern mit seinem Netz aus Internetaktivitäten eine respektable Position erarbeitet. Nach Angaben des Marktforschers Comscore lag das Time-Warner-Netz im April in den USA mit einen Marktanteil von fünf Prozent auf dem fünften Rang.

Zum Glück. Denn das Magazingeschäft ist angesichts rückläufiger Auflagen schwierig, das Filmgeschäft in Hollywood bleibt volatil, und der Ausbau des Fernsehgeschäfts stößt an Grenzen. Da ist es für Konzernchef Richard Parsons nicht schlecht, Google als Gesellschafter aus der neuen Medienwelt mit an Bord zu haben.

Dass sich diese Welt komplett wandelt, davon ist Parsons nicht so recht überzeugt: "Ich glaube, dass es keinen wirklichen Wandel in der Medienlandschaft gibt. Ich sah in einer Zeitung eine Überschrift mit der Frage: ,Ist Youtube die Zukunft des Fernsehens?? Ich glaube nicht."

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