Serie: Vom Gast zum Star
Vom Asylbewerber zum Startup-Unternehmer

In nur acht Jahren gelang ihm der Aufstieg vom Asylbewerber zum Startup-Unternehmer. Der Ex-Iraner Masod Karimi verdient gutes Geld mit der Informationstechnologie. In diesem Jahr will er den Umsatz seiner Tecon Goup auf 38 Millionen Euro steigern.

KÖLN. Masod Karimi ist Ingenieur. Er antwortet präzise und in flüssigem Deutsch. Doch über seine Flucht nach Deutschland spricht er ungern. Auf verschlungenen Pfaden landete der gebürtige Iraner 1989 mit Frau und 3-jährigem Sohn 1989 in West-Berlin: "Wir hatten nur Handgepäck, sprachen kein Wort Deutsch, alles war fremd: die Sprache, die Menschen, ihre Mentalität." Die Ausländerbehörde gewährte politisches Asyl "ohne Probleme, sie kannte die Lage im Iran".

Nach sechs Monaten Deutschkurs zog die kleine Emigrantenfamilie nach Köln, dort studierte eine Schwägerin Medizin. Der damals 29-jährige Karimi zeigte, was in ihm steckte. An der Fachhochschule Köln begann er, Nachrichtentechnik zu studieren.

Karimis Startkapital war sein Kopf. Nach dem Studium der Elektrotechnik und Mathematik an der Technischen Universität Teheran hatte er als Vermessungstechniker gearbeitet und schrieb an seiner Dissertation in Mathematik.

In nur acht Jahren gelang ihm der Aufstieg vom Asylanten zum Startup-Unternehmer. In diesem Jahr will Karimi den Umsatz seiner Tecon Goup auf 38 Millionen Euro und das operative Ergebnis auf 3,6 Millionen Euro steigern; 2005 lag der Umsatz noch bei 23 Millionen Euro. "Wir haben alle Stürme der wetterwendischen IT-Branche überstanden", zeigt er einen Anflug von Stolz - mehr gönnt sich der Selfmademan nicht. In seinem Büro im Kölner Mediapark mit Blick auf den Dom tritt er gelassen auf und ist modisch-dezent gekleidet wie ein Investmentbanker.

Aus seiner Sicht sind die Mitarbeiter eines Unternehmens für den Erfolg entscheidend. "Als Angestellter habe ich oft gelitten, diese Fehler möchte ich vermeiden", beschreibt er ein Prinzip seines Unternehmens. Die Tecon-Gruppe beschäftigt derzeit 300 Angestellte fest, "Durchschnittsalter 33 Jahre, über neunzig Prozent Akademiker, Nachrichteningenieure, Informatiker, Mathematiker und Physiker, etwa zehn Prozent mit Doktortitel." Zudem liefern hundert Freiberufler zu.

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