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Serienausbrecher schafft spektakuläre Flucht

Nach der spektakulären Flucht eines 32-Jährigen aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim stehen die Behörden vor einem Rätsel. Die Art des Ausbruchs übersteigt nach Angaben des Stuttgarter Justizministeriums alles, „was wir bislang für menschenmöglich angesehen haben.“

dpa MANNHEIM/STUTTGART. Nach der spektakulären Flucht eines 32-Jährigen aus der Justizvollzugsanstalt (JVA) Mannheim stehen die Behörden vor einem Rätsel. Die Art des Ausbruchs übersteigt nach Angaben des Stuttgarter Justizministeriums alles, "was wir bislang für menschenmöglich angesehen haben."

Das mit mehr als 800 Häftlingen besetzte Gefängnis in Mannheim gehöre zu den hoch gesicherten Anstalten des Landes. Es verfüge über eine Mauerkronensicherung, durch die Alarm ausgelöst wird, sobald ein Kontakt stattfindet. "Immerhin gab es dort seit dem Jahr 2000 keinen einzigen Ausbruch mehr", sagte der Ministeriumssprecher. Da der Mann aus anderen Gefängnissen sowie bei einer Gerichtsverhandlung zu fliehen versucht hatte, war er in einem "vandalensicheren" Raum untergebracht worden, der nur mit dem Nötigsten ausgestattet ist.

Mit seinem Essbesteck habe er den Mörtel an der Zellenwand abgekratzt, bis es ihm gelungen sei, einen Steinquader aus der Mauer zu stemmen. Der Leiter der JVA, Rudolf Winkler, sagte, der Ausbrecher habe mit einer Säge sein Bettgestell zerteilt und sich eine Leiter gebastelt. Woher er die Säge hatte, sei noch unklar.

Nach dpa-Informationen vom Montag sind dem Mann bundesweit agierende Zielfahnder auf den Fersen. Das baden-württembergische Landeskriminalamt warnte die Bürger davor, den Ausbrecher dingfest zu machen. "Erkenntnisse über eine Bewaffnung liegen nicht vor. Es ist aber nicht auszuschließen, dass er sich im Zuge seiner Flucht entsprechende Waffen jetzt noch zulegt." Das Spezialkommando erstelle ein Persönlichkeitsprofil des Täters unter Berücksichtigung seiner Gewohnheiten und des Milieus, in dem er sich aufgehalten hat. Es sei nicht auszuschließen, dass der Mann versuchen werde, sich ins Ausland abzusetzen, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Grenzfahndung sei verstärkt worden.

Dem 32-jährigen Gefangenen gelang mit der Flucht am Samstag zum dritten Mal nach 1997 und 2000 ein Ausbruch aus der Mannheimer Haftanstalt. Der 1,85 Meter große Wiederholungsausbrecher hätte seine Strafen wegen Bandendiebstahls bis 2007 verbüßen müssen. Bei seiner Flucht im Jahr 2000 war er erst in Amerika gefasst und nach Deutschland zurückgebracht worden.

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