Serientäter und spektakuläre Prozesse
Traurige Bilanz: Die grausigen Verbrechen 2004

Dutroux, Fourniret oder der Kannibale von Rotenburg: Die Namen stehen für Aufsehen erregende Verbrechen und Prozesse 2004. Kinder verschwinden, werden missbraucht oder werden selbst zu Tätern. In Gerichtssälen treten grausige Details beispielloser Gewalttaten zu Tage. Eine traurige Bilanz...

Januar

30. Januar: In einem Aufsehen erregenden Prozess wird der "Kannibale von Rotenburg" in Kassel wegen Totschlags zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Der Computerfachmann hatte einen Ingenieur mit dessen Einwilligung getötet und zum Teil gegessen. Den Tatvorwurf des Lustmordes sehen die Richter nicht als gegeben.

Februar

24. Februar: Vermutlich aus Verzweiflung und Rache ersticht ein Ausländer in Zürich einen Lotsen der Flugsicherung skyguide. Der Ermordete hatte in der Nacht der Flugzeugtragödie von Überlingen mit 71 Todesopfern 2002 Dienst. Der Täter verlor damals Frau und zwei Kinder. Der Flugsicherung waren Versäumnisse vorgeworfen worden.

April

30. April: Drei Jahre nach dem mysteriösen Verschwinden der kleinen Peggy aus dem bayerischen Lichtenberg wird in Hof ein geistig zurückgebliebener Angeklagter zu lebenslanger Haft verurteilt. Er hatte die Schülerin laut Urteil im Mai 2001 missbraucht und getötet. Die Leiche wurde nicht gefunden.

Juni

9. Juni: In Köln detoniert in einem Wohn- und Geschäftsviertel eine Nagelbombe und verletzt 22 Menschen. Der Sprengsatz war auf einem Fahrrad deponiert. Der Bombenleger ist weiter unbekannt.

17. Juni: Im spektakulärsten Kriminalfall Belgiens wird der Kinderschänder Marc Dutroux in Arlon wegen dreifachen Mordes verurteilt. Fünf Tage später kommt das Strafmaß: lebenslange Haft. Seine Ex-Frau und ein Komplize müssen für 30 beziehungsweise 25 Jahre ins Gefängnis. Der vierte Angeklagte bekommt wegen Menschen- und Drogenhandels fünf Jahre. Dutroux soll sechs Mädchen gefangen gehalten und missbraucht haben. Zwei von ihnen überlebten.

30. Juni: Belgien wird von einer neuen Kinderschänder-Affäre erschüttert: Der Förster Michel Fourniret gesteht sechs Morde an Mädchen und später weitere grausame Verbrechen. Er lebte seit Anfang der 90er Jahre in Belgien und war zuvor bereits in Frankreich wegen Vergewaltigung zu sieben Jahren Haft verurteilt worden. Nach zwei Jahren kam er aber wieder auf freien Fuß.

Juli

30. Juli: Erschütterndes Geständnis eines Krankenpflegers aus dem bayerischen Sonthofen: Er hat mit Beruhigungs- und Narkosespritzen zehn schwerstkranke Patienten getötet. Weitere Fälle werden bekannt, Exhumierungen sollen weitere Tötungen beweisen.

September

20. September: Drei Jahre nach dem Verschwinden des fünfjährigen Pascal müssen sich 13 Männer und Frauen eines mutmaßlichen Kinderschänderrings in Saarbrücken vor Gericht verantworten. Pascal soll in Hinterzimmer einer Kneipe sexuell missbraucht und getötet worden sein, die Leiche wurde nicht gefunden. Der Prozess dürfte erst 2005 zu Ende gehen.

Oktober

27. Oktober: Aus einer "plötzlichen Idee" beim Hausaufgabenmachen heraus erschießt ein 14-Jähriger in der Normandie seine Eltern und seinen vierjährigen Bruder. Die Schwester wird durch die Schüsse aus einem Jagdgewehr schwer verletzt.

November

4. November: Im Streit um schlechte Leistungen in der Schule erschießt ein 12 Jahre alter Gymnasiast in Braunschweig seine Eltern. Anschließend versucht sich das Kind mit einem Kopfschuss selbst zu töten, überlebt jedoch schwer verletzt.

18. November: Gegen den früheren Vize-Polizeipräsidenten von Frankfurt, Wolfgang Daschner, beginnt der Prozess wegen Androhung von Gewalt gegen den Entführer und Mörder des Bankierssohns Jakob von Metzler. Der 61-Jährige verteidigt sein Vorgehen. Dies habe aber nichts mit dem Begriff "Folter" zu tun. Der Fall löste eine bundesweite Debatte über Folter in Extremsituationen aus.

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