Server im unteren Preissegment sorgten für Wachstum
Firmen lassen teure Server links liegen

Hewlett-Packard bleibt beim Umsatz die Nummer eins auf dem weltweiten Server-Markt. Doch IBM ist dem aus Rechnern von HP und Compaq vereinten Netzwerkrechner-Angebot dicht auf den Fersen. Zusätzlich bedrängt PC-Direktvertreiber Dell Computer sowohl HP als auch Sun Microsystems mit preiswerten Systemen. Dies berichten die Marktforscher der International Data Corporation (IDC) in ihrer jüngsten Quartalsstudie.

MÜNCHEN. Nach Stückzahlen gerechnet waren es die Server im unteren Preissegment (unter 25 000 $), die in den ersten drei Monaten des Kalenderjahres für Wachstum sorgten. Diese Rechner werden mit den preiswerteren Betriebssystemen Linux, von den Firmen Suse oder Red Hat, oder mit Windows von Microsoft ausgeliefert. Diese preiswerten Netzwerkrechner rauben den teuren Unix-Modellen zunehmend Marktanteile, weil die Unternehmen auf Grund der Konjunkturkrise sparen müssen. Diesen schon seit geraumer Zeit andauernden Trend zu preiswerten Systemen bestätigen die jüngsten Umsatzzahlen der Server-Anbieter. HP verlor trotz seiner Führungsposition 11,7 % Umsatz, der damit auf 2,93 (3,33) Mrd. $ fiel. Der HP-Marktanteil verringerte sich auf 27,9 %. Vor Jahresfrist lag dieser noch bei 30,4 %.

Einen noch kräftigeren Einbruch musste HP-Konkurrent Sun Microsystems aus dem Silicon Valley hinnehmen. Mit einem Umsatzeinbruch von 15,7 % auf 1,35 (1,59) Mrd. $ schrumpfte der Marktanteil auf 12,8 (14,5) %. Sun setzt mit seinem Rechnerangebot fast ausschließlich auf das Betriebssystem Unix. Doch gerade bei Unix-Kunden können preiswerte Linux-Rechner besonders leicht als Konkurrenten auftreten, stammt doch dieses Betriebssystem aus dem Unix-Umfeld.

HP und Sun lagen im Bereich Unix-Rechner - nur um zwei Zehntelpunkte getrennt - gleichauf. Nur IBM konnte im ersten Quartal auch bei den Unix-Servern zulegen. Insgesamt schaffte Big Blue mit einem Umsatzanteil von 25,5 % im Mix aller Serverkategorien einen starken zweiten Platz. Der Umsatz konnte mit 2,68 (2,51) Mrd. $ um 6,9 % gesteigert werden.

Der Erfolg von IBM liegt nach Ansicht von Branchenbeobachtern vor allem am Einsatz der Berater von IBM Global Services, die mit ihren Angeboten stärker auf die Problemkonstellationen der Kunden eingehen können. IBM ist mit seinem Produktportfolio bei Servern in der Lage, je nach Wunsch Rechner in allen gängigen Architekturen (Mainframe, Unix, Linux und Windows) zu liefern.

"Die wachsende Stärke der Volumen-Server, so nennt IDC nun das untere Preissegment der früheren PC-Server, zeigt, dass auf dem Markt der Informationstechnik sehr wohl in erweiterte Rechenkapazitäten investiert wird", sagte IDC-Analyst Vernon Turner, der für das Thema Unternehmensrechner verantwortlich ist. Doch man setze derzeit zunehmend auf preiswerte, kleine Systeme, die sich in entsprechenden Verbundrahmen in fast beliebigen Leistungskonfigurationen anordnen lassen.

Als Beleg für diesen Trend konnten in der IDC-Studie Windows-Server im ersten Quartal um 10 % auf einen Bereichsumsatz von 3,2 Mrd. $ zulegen. Linux-Server wuchsen sogar um 35 % auf einem Umsatz von 583 Mill. $. Doch beide Wachstumssegmente konnten mit ihren gemeinsamen Umsatz den Einbruch von 12,9 % auf 4,3 Mrd. $ beim Umsatz der Unix-Server nicht ausgleichen. Dies führte zu einem Rückgang von 3,5 % im gesamten Server-Markt, dessen Umsatz im ersten Quartal bei 10,54 (1,093) Mrd. $ lag. Für das laufende Jahr rechnen die Marktbeobachter mit einem ähnlichen Server-Umsatz wie 2002, der damals 49 Mrd. $. betrug. Erst 2004/2005 darf die Branche - ausgelöst durch eine notwendige Aufrüstung der IT-Systeme - zumindest auf ein kleines Zwischenhoch hoffen.

Quelle: Handelsblatt

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