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Hochtief ändert Flufghafenstrategie

Hochtief hat sich für den Geschäftsbereich Airport nach Aussage seines Vorstandschefs Hans-Peter Keitel einen Strategiewechsel vorgenommen.

Reuters ESSEN. "Künftig werden wir vorrangig Beteiligungen an Unternehmen erwerben, die Dienstleistungen rund um Flughäfen anbieten", sagte der Keitel am Mittwoch in einem Reuters-Interview. Bislang konzentriert sich Hochtief im Zuge von Privatisierungen auf den Kauf und Betrieb beziehungsweise Neubau von Flughäfen.

Den Strategiewechsel begründete Keitel als folgerichtigen Schritt nach der inzwischen überstandenen Anfangsphase. Hochtief war 1994 in das Flughafengeschäft eingestiegen. Damals habe man mit einer Durststrecke in den ersten Jahren gerechnet, nicht zuletzt wegen der hohen Investitionen durch die Beteiligung an Flughäfen. Inzwischen sei es Hochtief aber möglich, in dem Geschäft Geld zu verdienen. Hochtief ist an den Flughäfen in Düsseldorf, Hamburg und Athen beteiligt.

"In fünf Jahren wird die Airport-Sparte zum Ertrag einen ganz wesentlichen und von Bauzyklen unabhängigen Beitrag leisten", prognostizierte Keitel. 2001 hatte die Sparte noch für einen Verlust von acht Millionen Euro gesorgt.

Einstieg an Flughafen Sydney weiter geplant

An der Privatisierung des Flughafens in Sydney will sich Hochtief aber noch beteiligen. Zusammen mit der Investmentbank Macquarie und der Commonwealth Bank of Australia werde man bis zum 12. Juni ein Angebot unterbreiten, sagte Keitel. An diesem Tag läuft die von der australischen Regierung gesetzte Angebotsfrist ab.

Keitel zufolge haben sich die Ausgangsvoraussetzungen für die Flughafen-Privatisierung infolge der Anschläge vom 11. September einerseits und aufgrund der Pleite der zweitgrößten australischen Fluggesellschaft Ansett andererseits "objektiv verschlechtert". "Deshalb wird ein Angebot heute deutlich niedriger ausfallen als noch im September", sagte er. Details über das Angebot wollte er nicht nennen. Damals war von einem Verkaufserlös in der Größenordnung von 4,5 Milliarden australischen Dollar die Rede gewesen. Keitel sagte, die Vorstellungen der Regierung lägen aktuell wohl eher zwischen drei und vier Milliarden australischen Dollar.

Hochtief sei an dem Konsortium "Southern Cross" mit weniger als zehn Prozent beteiligt, sagte Keitel. Die beiden Bank-Partner sowie eine Reihe von Finanzinvestoren teilten sich den Rest. Im Falle des Zuschlags werde Hochtief vor allem sein Know-how für den Betrieb des Flughafens einbringen. Das Angebot des Hochtief-Konsortiums konkurriert nach Brancheninformationen mit zwei weiteren, an den die Deutsche Bank und die WestLB beteiligt sind.

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