Set-Top-Boxen ohne Entschlüsselungsmöglichkeit
Fußball-WM 2002 mit digitalen Empfängern oft nicht zu sehen

Fußballfans mit digitalen Satellitenempfängern sehen bei den Weltmeisterschaften 2002 und 2006 nach Ansicht der Landesmedienanstalten möglicherweise schwarz.

ap DÜSSELDORF. Zuschauer, die bisher per Satellit Free-TV-Programme digital empfangen, könnten die ARD - und ZDF-Sendungen mit vielen Geräten nicht entschlüsseln, erklärte der Vorsitzende der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), Norbert Schneider, am Donnerstag in Düsseldorf. Laut Vertrag zwischen ARD/ZDF und Kirch müssen die WM-Übertragungen verschlüsselt werden.

Nur auf diese Weise könne die Kirch-Gruppe sicherstellen, dass die Programme nicht auch im Ausland per Satellit gesehen werden können, erklärte Schneider weiter. Nach der Vereinbarung der Sender darf das Signal von ARD und ZDF oder anderen Free-TV-Sendern wie RTL und Sat1 nur für Deutschland freigeschaltet werden.

Der Empfang funktioniere aber nur, wenn die Set-Top-Box mit einem "common interface" (CI), einer Buchse für Entschlüsselungsmodul, ausgerüstet sei. Das sei aber bei einem großen Teil Geräte nicht der Fall - besonders betroffen seien rund 40 % der Haushalte, die nur Free-TV-Programme per Satellit empfangen. Bis zum Jahr 2006 soll außerdem nach Einschätzung der DLM die Mehrzahl von analogem auf digitalen Empfang umgestellt haben.

Das Dilemma sei weder ARD und ZDF noch der Kirch-Gruppe anzulasten, da beide Seiten nur ihre berechtigten Interessen umsetzten, fügte Schneider in seiner Erklärung hinzu. Das Problem könne nur gelöst werden, indem jede Set-Top-Box künftig mit einer CI-Buchse für Entschlüsselungsmodule ausgestattet werde und der Benutzer eine entsprechende kostenpflichtige Smartcard besitze. Die DLM forderte außerdem Gerätehersteller und Händler auf, ihre Kunden über eventuell notwendige Zusatzgeräte zum Empfang der Fußballweltmeisterschaften zu informieren.

ARD und ZDF haben der Vereinbarung vom März zufolge die Übertragungsrechte an der WM 2002 in Japan und Südkorea erworben und besitzen eine Option für die WM 2006 in Deutschland.

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