Seuchen sind bislang nicht ausgebrochen
Flutwelle in Mosambik traf die Ärmsten

Etwa 90 000 Menschen sind in den nördlichen Provinzen Mosambiks auf der Flucht vor den Wassermassen. Sie haben sich schon vor der Katastrophe nur mühsam durchschlagen können.

dpa JOHANNESBURG. Die neue Flutwelle in Mosambik hat vor allem die "Ärmsten der Armen" schwer getroffen. Das sagte der Delegationsleiter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Torsten Wegner, am Donnerstag. Schon vor der Flutwelle hätten sich die Menschen in den nördlichen Provinzen nur mühsam mit Kleinviehhaltung durchschlagen können. Das Wasser habe ihnen jetzt auch noch das Letzte genommen.

"Die Flüchtlinge hatten bei der Ankunft in den höher gelegenen Camps nur noch ihre Kleider, die sie auf dem Leibe tragen", schilderte Wegner. Etwa 90 000 Menschen sind nach seiner Einschätzung in den Provinzen Tete, Sambesi und Sofala auf der Flucht vor den Wassermassen.

Im Gegensatz zu der Flutkatastrophe des Vorjahres beteiligen sich jetzt auch einheimische Soldaten an den Rettungsarbeiten. "Sie tun, was mit ihren bescheidenen Mitteln möglich ist", berichtete ein westlicher Helfer. Im vorigen Jahr war kritisiert worden, dass sich das Militär kaum engagiert und die Hilfsaktionen hauptsächlich westlichen humanitären Organisationen überlassen hatte.

Nach Rundfunkberichten vom Donnerstag fehlt es in den Hochwassergebieten entlang des Sambesi vor allem an Aufnahmelagern für die betroffene Bevölkerung. Dies sei auch ein Grund, dass sich Dorfbewohner weigerten, ihre bereits vom Hochwasser bedrohten Hütten zu verlassen. Das Welternährungsprogramm (WFP) erwartet, dass die Südafrikaner am Freitag in Mosambik mit mehreren Hubschraubern einsatzbereit sein werden. Das würde es nach Einschätzung von Experten einfacher machen, mehr Aufnahmelager zu errichten. Seuchen sind in den Überschwemmungsgebieten bisher noch nicht ausgebrochen.

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