"Sex-Erlass" für Soldaten modernisiert
Bundeswehr: "Dienstbetrieb ist sexuell neutral abzuwickeln"

Der von Ex-Generalinspekteur Harald Kujat verfasste "Sex-Erlass" für die Bundeswehr ist modernisiert worden.

HB/dpa/ddp BERLIN. So sei dieser "Führungshilfe für Vorgesetzte" hinzugefügt worden, dass nicht nur das "Eindringen in die Ehe", sondern auch "in eine eheähnliche Lebensgemeinschaft" Anlass zu dienstrechtlichen Ermittlungen gebe, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Freitag in Berlin.

Kujat hatte das "Sicherheitspapier", wie es unter Soldaten auch genannt wird, im Dezember 2000 mit Blick auf die Öffnung aller Laufbahnen für Frauen herausgegeben. Nach den Worten des Sprechers wurde der Erlass nun den gesellschaftlichen Gegebenheiten angepasst. In der gesellschaftlichen Entwicklung hätten sich "eheähnliche Verhältnisse als sozialadäquate Formen des Zusammenlebens etabliert", heißt es in der Zentralen Dienstvorschrift.

Zudem sollen Soldaten eine "private geschlechtsbezogene Zurschaustellung" unterlassen, zitiert das Magazin "Focus" aus dem Erlass. So könnten bei Vorgesetzten eigene Nacktaufnahmen zu einem Autoritätsverlust führen. Eine hetero- oder homosexuelle Beziehung zwischen Untergebenen und ihren Vorgesetzten berge die "Gefahr einer ernsthaften Beeinträchtigung der Vertrauens- und Achtungswürdigkeit".

In dem Papier heißt es ferner: "Im Dienst kann auch eine einvernehmliche sexuelle Betätigung von Soldatinnen und Soldaten nicht geduldet werden ... Der Dienstbetrieb ist sexuell neutral abzuwickeln."

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