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Sex im Handy-Format

Sex wird alles richten: Erotikinhalte sollen nicht nur den rückläufigen Werbemarkt der Internetbranche wiederbeleben. Auch in Zuge der UMTS-Einführung wird Sex eine tragende Rolle spielen und dem Mobile Business weitere Umsätze bescheren - zumindest hofft man das.

DÜSSELDORF. Sex war schon immer ein Thema, das die Welt bewegt. Jetzt soll Sex nicht nur die Gemüter erhitzen, sondern auch stagnierende Werbemärkte wieder beleben: Mittlerweise setzen selbst seriöse Internet-Unternehmen auf Erotik und versprechen sich davon klingelnde Kassen. Auch bei UMTS soll Sex eine tragende Rolle spielen, um dem Mobile Business auf die Sprünge zu helfen. Davon ist zumindest die Beate Uhse AG überzeugt, die offenbar schon einige Anfragen von Netzbetreibern erhalten hat - von welchen, darüber schweigen sich die Flensburger vornehm aus.

Die UMTS-Geräte hätten bessere Displays als heutige Handys, sagte sodann Christian Lindemann, Vorstandsprecher der Beate Uhse Holding, in einem Interview. Na, das lässt die begierigen Sex-Abenteurer ja hoffen. Nur worauf? Das quantitative Angebot als solches kann es eingedenk der mannigfaltigen Verbreitungskanäle von "heißen Themen" über Print, Internet, Fernsehen, Video und Kino kaum sein. Also muss es etwas anderes sein, das die Erotikfreunde via Handy begeistern soll: "Die Verfügbarkeit immer und überall, das Geheimnisvolle und das Konsumieren von Erotik in der Öffentlichkeit, ohne dass es jemand merkt." Das zumindest glaubt Lindemann und erhofft sich damit, die 20 Prozent Umsatz, die der Erotikanbieter über den Online-Versand generiert, zukünftig mit dem Vertriebskanal Handy noch steigern zu können.

Sex via Handy-Display - wie prickelnd und aufregend. Besonders, wenn man sich einmal die Größe der meisten "Handy-Monitore" vor Augen führt: Auf den auch in Zukunft maximal vielleicht 4x3 cm (der Nokia-Communicator ausgenommen) großen "Bildschirmen" mag ja so manches erscheinen, nur erkennen können wird es der Nutzer kaum. Ob sich der von Hochglanzfotos aus einschlägigen Gazetten, Hightech-Bildschirmen sowie mehrere Quadratmeter großen Kinoleinwänden verwöhnte Genießer von Erotik mit einer Darbietung im Briefmarkenformat zufrieden gibt, ist fraglich. Genauso fraglich ist, wie hoch die Gebühren für diesen "Dienst" ausfallen dürfen und ob der Nutzer überhaupt bereit ist, für diese Erotik-Sparvariante zu zahlen.

Das Versenden erotischer Texte und Kontaktanzeigen über das Handy bietet sich da schon eher an - könnten die schlüpfrigen Botschaften doch zumindest der "Geselligkeit" dienlich sein oder anderweitig erfreuen. Nackte Tatsachen per UMTS bzw. "Sex im Handy-Format" - das könnte nach hinten losgehen. Es sei denn, der Nutzer hat Spaß an Suchbildern. ;-)


Schreiben Sie der Autorin: u.latzke@vhb.de

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