Sex wird bei Online-Anbietern zur Chefsache
Mit Erotik aus der Krise

Geld scheffeln mit Erotik - das schreiben sich neuerdings auch Unternehmen wie T-Online International , Focus Digital und Internolix auf die Fahnen. Immer mehr Unternehmensvorstände schielen auf den hart umkämpften und gleichzeitig höchst lukrativen Markt der Online-Erotik. Denn hier rollt der Rubel noch in der ansonsten eher leidgeplagten neuen Ökonomie.

dpa-afx FRANKFURT. Und das nicht zu knapp: So erwartet beispielsweise die Freenet AG schon im nächsten Jahr einen Millionenumsatz aus entsprechenden Angeboten. Endemann Internet erzielt bereits heute mit Erotik-Seiten eigenen Angaben zufolge einen positiven Ergebnisbeitrag. Beim größten deutschen Internet-Anbieter T-Online ist die Erotik Chefsache: "Mit Erotik kann man Geld verdienen. Das ist ein lukratives Angebot, welches wir für uns sehr genau analysieren", sagte der T-Online-Vorstandsvorsitzende Thomas Holtrop vor kurzem in einem Zeitungsinterview. Zur Zeit teste man in diesem Bereich mehrere Möglichkeiten, es gebe allerdings noch nichts Konkretes, sagte eine Unternehmenssprecherin der Wirtschaftsnachrichtenagentur dpa-AFX.

Freenet plant Millionenumsatz mit Hardcore

Auch die Freenet AG bleibt nicht außen vor: Im Juni hat das Hamburger Unternehmen gemeinsam mit dem Sexspielzeug-Versender Orion die Fundorado GmbH gegründet. Mit im Boot sitzt auch Audiofon, ein Betreiber kostenpflichtiger Telefon-Hotlines mit der Vorwahl 0190. Noch im Sommer will das Dreigespann unter Fundorado.de ein "Erotik-Lifestyle-Portal" präsentieren, auf dem "hochwertige Erotik im Hardcore-Bereich" gegen Entgelt angeboten wird. Bereits für das nächste Jahr rechnete eine Unternehmenssprecherin mit einem Umsatz in zweistelliger Mark-Millionenhöhe. Fundorado soll bereits kurz nach dem Start die Gewinnschwelle erreichen.

Tomorrow kooperiert mit Beate Uhse

Die Tomorrow Internet AG betreibt seit Herbst vergangenen Jahres für die im MDax notierte Beate Uhse AG das Internet-Angebot hotcoco.de. Der liebeshungrige Besucher findet dort "Erotik-TV-Tipps, Sexualberatung, Spiele und Erotik-Cartoons". Allerdings handelt es sich bei hotcoco um eine reine Auftragsproduktion. Tomorrow Internet zieht auf lange Sicht aber durchaus auch den Start eines eigenen kostenpflichtigen "Erotik-Lifestyle"-Projektes in Erwägung, bestätigte ein Unternehmenssprecher.

Playboy-Bunnies hoppeln für Focus Digital

Die Focus Digital AG hat im April eine Zusammenarbeit mit der Internettochter des US-amerikanischen Playboy-Konzerns beschlossen und 80 % der Playboy Online GmbH erworben. Im September soll unter Playboy.de ein "neues Lifestyle- und Entertainment-Angebot für Männer" gestartet werden. Allerdings würde hier keine Hardcore-Erotik zur Schau gestellt, sondern exklusives Bildmaterial aus den Playboy-Archiven, betonte der Projektleiter Vernon von Klitzing.

Medianet.com sichert sich "Hardcore-Rechte"

Aber auch international werden eifrig Kooperationen geschmiedet. Filmrechte des spanischen Pornoproduzenten Private Media Group hat sich für Deutschland MediaNetCom im vergangenen Juli gesichert, die über das Internet Videostreifen gegen Geld anbieten. Nun sei MediaNetCom im Besitz eines "hohen Rechtepolsters im Hardcore-Porno-Bereich", wie ein Unternehmenssprecher bestätigte. Die Gesellschaft rechnet mit hohen Umsätzen.

Religiöse Gruppen üben massiven Druck aus

Eine gegenläufige Entwicklung zeigt das Internet-Urgestein Yahoo! , deren Anteilsscheine an der US-Technologiebörse NASDAQ lange Zeit für Furore sorgten. Im Frühling öffnete der Internetladen "Adult and Erotica" mit Hardcore-DVDs und Videos seine Pforten. Massiver Druck religiöser Gruppen und Verbände veranlasste den Portalbetreiber allerdings sehr schnell zum Schritt zurück, nachdem ein Boykott von Werbekunden angedroht wurde./sd/so/tf/ms

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