Sexskandal
Spitzers Affäre bringt Clinton in Schwierigkeiten

Die Verwicklung des ehemaligen Generalstaatsanwalt von New York, Eliot Spitzer, in die aktuelle Sexaffäre könnte auch die US-Vorwahlen maßgeblich beeinflussen. Spitzer ist zwar ein politischer Vertrauter von Clinton. Sollte er seinen Posten als Delegierter bei den Vorwahlen jedoch verlieren, würde das seiner Favoritin eine wichtige Stimme kosten.

HB NEW YORK. Die Verwicklung des New Yorker Gouverneurs Eliot Spitzer in eine Sexaffäre bringt auch Hillary Clinton in ihrem Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur in Schwierigkeiten. Beide gehören der Demokratischen Partei an, Clinton vertritt New York als Senatorin im US-Senat. Fragen nach den Auswirkungen der Affäre ist sie bislang ausgewichen. „Ich habe dazu keinen Kommentar“, sagte Clinton. „Ich sende dem Gouverneur und seiner Familie meine besten Wünsche und bin in Gedanken bei ihnen.“

Clinton und Spitzer stehen sich zwar persönlich nicht sehr nahe, sind aber befreundete Arbeitskollegen, seit die frühere First Lady der USA im Jahr 2000 erstmals in New York für den Senat in Washington kandidierte. Nach Angaben ihrer Mitarbeiter hat Clinton tiefen Respekt für Spitzers langjährige Tätigkeit als New Yorker Generalstaatsanwalt und seinen Kampf gegen Korruption.

Spitzer hat lange damit gezögert, sich im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur auf die Seite Clintons zu stellen. Er gehört nicht gerade zu ihren energischsten Anhängern. Der Gouverneur ist einer der Superdelegierten, die Clintons Lager zugerechnet werden und bei dem Nominierungskongress der Partei Ende August eine entscheidende Rolle spielen könnten. Superdelegierte sind Parteifunktionäre und gewählte Mandatsträger, die anders als die normalen Delegierten, die in den Vorwahlen bestimmt werden, nicht auf einen Bewerber festgelegt und damit in ihrer Entscheidung frei sind.

Sollte Spitzer zurücktreten, würde er nach Angaben der Demokratischen Partei nicht als Superdelegierter ersetzt werden. Das würde bedeuten, dass Clinton wohl eine Stimme verliert. Spitzers Nachfolger als Gouverneur dürfte nämlich David Paterson werden. Paterson ist aber bereits ein Superdelegierter, der Clinton unterstützt.

Die Senatorin weiß selbst, wie demütigend es ist, öffentlich im Mittelpunkt eines Sexskandals zu stehen, nachdem 1998/99 die Affäre ihres Mannes, des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton, mit der Praktikantin Monica Lewinsky fast zu dessen Amtsenthebung geführt hätte. So lehnte sie es ab zu sagen, ob Spitzer nach ihrer Meinung noch eine politische Zukunft hat. „Wir sollten abwarten, was die nächsten Tage bringen“, sagte sie. „Derzeit habe ich keinen Kommentar.“

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%