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Sharp gibt Loewe Kapitalspritze - keine Mehrheitsübernahme

Der japanische Elektronik-Konzern Sharp Corp. gibt dem angeschlagenen Fernsehgeräte-Hersteller Loewe AG eine millionenschwere Kapitalspritze und steigt so zum Großaktionär bei dem Traditionsunternehmen auf.

dpa-afx MÜNCHEN. Der japanische Elektronik-Konzern Sharp Corp. gibt dem angeschlagenen Fernsehgeräte-Hersteller Loewe AG eine millionenschwere Kapitalspritze und steigt so zum Großaktionär bei dem Traditionsunternehmen auf. "Der Mittelzufluss ist ein wichtiger Meilenstein zur Restrukturierung von Loewe", sagte Loewe-Chef Rainer Hecker am Donnerstag in München. Sharp-Manager Toshishige Hamano betonte, die Japaner hätten nach der Aufstockung auf 29,5 Prozent keine Pläne, die Mehrheit an Loewe zu übernehmen. Im Rahmen der Partnerschaft produziere Loewe künftig auch Sharp-Fernseher in Kronach.

Die Loewe AG, die am 20. Dezember aus dem Sdax ausscheidet, hatte in der Frühphase den Trend zu Flachbildschirmen verschlafen und war so in Schwierigkeiten geraten. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung will Sharp nun bis zu 2,3 Mill. Aktien zu einem Preis von 6,50 Euro übernehmen. Auf diesem Weg fließen 15 Mill. Euro in die Kassen von Loewe. Die Beteiligung des weltgrößten Herstellers von LCD-Fernsehern steigt so von 8,9 auf bis zu 29 Prozent. Weitere Kapitalmaßnahmen sind laut Hecker nicht geplant.

Kräftiger Rückenwind FÜR Loewe

Bei seinem Ziel, Loewe schnellstmöglich wieder profitabel zu machen, bekomme er nun kräftig Rückenwind, sagte Hecker. "Wir werden allerdings auch in diesem Jahr einen Verlust feststellen müssen." Eine Prognose für 2005 sei noch nicht möglich. Nach der Stärkung der Eigenkapitalbasis werde Loewe unabhängiger von Marktschwankungen und könne mit dem starken Partner eine führende Rolle auf dem rasch wachsenden Markt für LCD-Flachbild-Fernseher in Europa spielen.

Die beiden Partner wollen operativ künftig eng zusammenarbeiten. "Es ist geplant, im Laufe des ersten Halbjahres 2005 die Produktion von mittel- und großformatigen LCD-Fernsehgeräten unter dem Markenzeichen Sharp in Kronach zu starten", sagte Hecker. Im nächsten Jahr soll Loewe bereits 60 000 LCD-Fernseher für Sharp produzieren. Die Japaner können die Kapazitäten gut gebrauchen, da sie ihren Absatz in Europa im kommenden Jahr auf 1,1 Mill. LCD-Fernseher verdoppeln wollen.

Durch die Produktion für Sharp könne der geplante Abbau von etwa 50 Arbeitsplätzen in der Produktion vermieden werden, sagte Hecker. Nach den jüngsten Stellenstreichungen könne Loewe nun die Zahl der Arbeitsplätze bei knapp 1 000 Beschäftigten stabilisieren. Im Gegenzug bezieht Loewe künftig kleinformative LCD-Fernseher von Sharp. Zudem wollen die beiden Partner im kommenden Jahr ein gemeinsames Entwicklungszentrum in Kronach errichten.

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