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Sharp steigt bei Loewe ein - Finanzspritze in Millionenhöhe

Kronach/München (dpa) - Der japanische Elektronikriese Sharp steigt beim angeschlagenen TV-Gerätehersteller Loewe ein und gibt dem Unternehmen eine Kapitalspritze in Millionenhöhe. «Wir sind zuversichtlich, die Zukunft zu meistern», sagte Loewe-Chef Rainer Hecker am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München.

Kronach/München (dpa) - Der japanische Elektronikriese Sharp steigt beim angeschlagenen TV-Gerätehersteller Loewe ein und gibt dem Unternehmen eine Kapitalspritze in Millionenhöhe. «Wir sind zuversichtlich, die Zukunft zu meistern», sagte Loewe-Chef Rainer Hecker am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München.

Gemeinsam mit Sharp könne man die Chancen nutzen, die der in Europa rasant wachsende Markt für LCD-Fernseher biete. Sharp ist Weltmarktführer bei LCD-Flachbildfernsehern. Die Loewe-Aktionäre äußerten sich skeptisch über die Zukunftsaussichten des Unternehmens. «Loewe steht mit dem Rücken zur Wand», sagte Jörg Pluta von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Loewe war schon seit längerem auf der Suche nach einem Investor. Im Rahmen einer Kapitalerhöhung übernimmt Sharp nun für 4,3 Millionen Euro knapp zehn Prozent an der Loewe AG (Kronach). Es sei möglich, dass die Japaner ihre Beteiligung eines Tages weiter aufstocken, sagte Hecker. Es gebe aber keine entsprechende Vereinbarung. Spekulationen über ein Gesellschafterdarlehen von Sharp an Loewe seien falsch. Mit Hilfe des Partners sei Loewe nun weniger verwundbar. «Zusammen mit unserem strategischen Partner Sharp und seinen komplementären Stärken sind wir gut gerüstet für die neuen Marktanforderungen.» Hecker verkündete zudem die Schließung der Tochtergesellschaft in den USA. Ein wirtschaftlicher Erfolg in den USA sei mit dem aktuellen Geschäftskonzept nicht absehbar.

Loewe hatte sich lange mit der Spezialisierung auf hochpreisige Bildröhrengeräte in der kriselnden deutschen Unterhaltungselektronik- Branche behauptet. Vom Boom der Flachbildschirme und vor allem dem damit verbundenen Rückgang bei den hochpreisigen Röhrengeräten wurde das Unternehmen aber überrascht. Im vergangenen Jahr machte Loewe einen Verlust vor Steuern und Zinsen von 33,3 Millionen Euro. Im ersten Quartal dieses Jahres verdoppelte sich das operative Minus noch einmal. Auch im Gesamtjahr werden Verluste erwartet. Dennoch sagte Hecker: «2004 wird die Trendwende bringen.» In diesem Jahr will Loewe zehn neue Flachdisplaygeräte auf den Markt bringen. Der Loewe - Aktienkurs, der am Vortag stark gestiegen war, sank um zwischenzeitlich fünf Prozent auf rund 6,90 Euro.

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