Short-Eindeckungen
Dax nach US-Zinssenkung ohne Orientierung

Die deutschen Standardaktien haben am Donnerstagvormittag nicht an die starken Kursaufschläge vom Vorabend nach der US-Zinssenkung angeknüpft und sich ohne klare Orientierung gezeigt. Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor nach fester Eröffnung bis gegen 11.45 Uhr 0,3 % auf 6415 Punkte. Stark präsentierten sich Technologiewerte. Händler sagten, es sei unklar, ob der Markt nachhaltig von dem Zinsschritt profitiere.

Reuters FRANKFURT. Die US-Notenbank (Fed) hatte am Mittwoch kurz vor dem Frankfurter Börsenschluss mit Verweis auf eine schwache US-Konjunkturentwicklug die Leitzinsen gesenkt. Niedrigere Zinsen ermöglichen Firmen eine günstigere Aufnahme von Kapital für Investitionen.

Am technologielastigen Neuen Markt zog der alle Werte des Segments umfassende Nemax All Share Index 0,8 % und der Nemax-50 der größten 50 Werte 0,9 % an. Beide Indizes hatten aber wie auch der Dax schon am Mittwochabend mit starken Kursaufschlägen auf die Nachrichten aus den USA reagiert.

Händler führten die Gewinne unmittelbar nach dem Zinsschritt überwiegend auf so genannte "Short-Eindeckungen" zurück. Dabei kaufen institutionelle Marktteilnehmer Aktien zurück, die sie zuvor von Banken geliehen und in Erwartung fallender Kurse an andere Investoren verkauft haben. "Der größte Teil (der Gewinne) ist zurückzuführen auf Short-Eindeckungen", sagte ein Händler. Das sei vor allem bei Technologie-Werten der Fall. Unter den Dax-Werten aus dieser Branche legten Infineon ein Prozent und Epcos fünf Prozent zu. Siemens zogen 0,8 % an.

In den USA deuteten die Future-Indizes auf eine negative Eröffnung an der Wall Street. Der März-Future des S&P 500 lag mit 7,5 Punkten im Minus bei 1351,7 Punkten.

Händler und Analysten zeigten sich unsicher, ob die Aufschläge nach der US-Zinssenkung von Dauer seien. "Mittelfristig werden die Unternehmensgewinne entscheidend sein", sagte Commerzbank-Analyst Achim Matzke ebenso wie eine Reihe Frankfurter Händler. "Die nächsten Tage und Wochen müssen zeigen, ob große Anlagegelder in den Markt gehen", sagte ein Händler. Die Liquidität sei aber da; und mit der Zinssenkung in den USA sei jetzt wohl auch erst einmal Druck vom Markt genommen. Ein anderer Händler sagte, er sehe die Gewinne am Aktienmarkt als Auftakt zu einer mehrwöchigen Aufwärtsphase und prognostizierte einen Dax-Stand von 6800 bis 7000 Zählern in zwei bis drei Wochen.

Unterschiedlich wurde auch bewertet, ob die Gewinne der Technologiewerte auf eine allgemeine Umschichtung zurück in diesen Sektor hindeuteten. "Das muss man erst einmal abwarten", sagte ein Händler. Ein anderer sagte, schrittweise engagierten sich Investoren wohl wieder mehr in diesen Papieren.

Unmittelbar nach der US-Zinssenkung hatte der Dax am Mittwochabend seine stark negative Tendenz aus dem Verlauf abgeschüttelt und mit einem Plus von 2,31 % auf 6435 Zählern geschlossen. Der Nemax-50 war mit einem Aufschlag von 4,65 % bei 2633 Punkten aus der Sitzung gegangen, nachdem er im Handelsverlauf noch bis zu 13 % im Minus gelegen hatte.

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