Show wird überarbeitet
Grand-Prix-Chef: Konzept ist ausgereizt

Deutschlands Grand-Prix-Macher wollen die Show zur nationalen Vorentscheidung gründlich überarbeiten und künftig mit dem Musiksender Viva zusammenarbeiten. "Nach dem Relaunch von 1998 ist das Konzept jetzt ausgereizt", sagte der Unterhaltungschef des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Jürgen Meier-Beer, in Hamburg.

HB/dpa HAMBURG. Dem Grand-Prix-Organisator war es vor fünf Jahren gemeinsam mit Plattenfirmen und Teilnehmern wie Guildo Horn und später Stefan Raab gelungen, die ARD-Show zu einem großen Medienthema und TV-Event zu machen.

"Das Image des Wettbewerbs war jahrelang wild, doch jetzt ist der Grand Prix wieder in ruhigere Bahnen geraten", sagte Meier-Beer im Vorfeld des internationalen Finales in Riga (Lettland) am 24. Mai. Um das zu erreichen, will die ARD jetzt mit dem Musiksender Viva bei der Ausrichtung der nationalen Vorentscheidung zum Schlager-Grand-Prix zusammenarbeiten. "Es gibt die Idee, gemeinsam den Grand-Prix- Vorentscheid zu organisieren", bestätigte eine NDR-Sprecherin einen Bericht der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS). Die Kandidaten sollen laut FAS in einem Vorlauf bei Viva ausgewählt werden. Das Finale würde im Ersten übertragen, moderiert von je einem Viva- und einem ARD-Moderator.

Nach dem alljährlichen Wirbel um die Vorentscheidungen in der Vergangenheit hatte der Wettbewerb in diesem Jahr deutlich das Nachsehen: Die RTL-Show "Deutschland sucht den Superstar", deren Finale im März am Tag nach der Kieler Grand-Prix-Show lief, beherrschte die Schlagzeilen und fuhr die Traumquoten ein. "Bis vor einem Jahr hatten wir quasi ein Monopol", erinnerte Meier-Beer, der noch vor Monaten ebenfalls mit einer Casting-Show für seinen Wettstreit geliebäugelt hatte. "Mittlerweile bin ich froh, dass daraus nichts geworden ist, denn eine von vielen Casting-Shows hätte dem Grand Prix das Besondere genommen."

Nach Ansicht Meier-Beers müsste sich der Grand Prix ganz bewusst von den "Unmengen an Casting-Shows" abgrenzen. "Wenn diese Formate auf Newcomer setzen, dann sollten wir eben nicht mehr die Bühne dafür sein", sagte er. Bislang habe der traditionsreiche Wettbewerb das ganze Spektrum zugelassen - von Schlager bis Pop, vom Neuling bis zum erfahrenen Interpreten. "Doch wenn es etwa zu den Vorbedingungen der Casting-Shows gehört, dass die Teilnehmer noch nicht kommerziell erfolgreich waren, würde ich das für den Grand Prix umgekehrt anstreben: professionell und mit internationalen Erfolgschancen."

Ein Neuling wie einst die von Dieter Bohlen produzierte Isabel wäre heute in einer Casting-Show besser aufgehoben, meinte der Grand- Prix-Chef. Für seinen Wettbewerb könnte die Formel zum Beispiel lauten: Wer dort auftritt, sollte mindestens ein Jahr lang einen Plattenvertrag haben. "Aber auch ein Sänger wie Bernhard Brink, der zwar für erfolgreiche Schlagertradition steht, aber nicht für internationales Erfolgspotenzial, gehört da nicht rein."

Ob die Bewerber um das Ticket zum Eurovision Song Contest künftig weiterhin ausschließlich von Plattenfirmen gestellt werden, müsse ebenfalls überdacht werden. Auch in welcher Form die Qualifikation dann im Fernsehen gezeigt werden könnte, sei noch völlig offen. "Wir streben eine Änderung in möglichst vielen Aspekten an. Aber was wirklich anders wird, weiß ich noch nicht", sagte der NDR - Unterhaltungschef.

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