Showdown gegen die USA
Der Star vom Reißbrett

Einst per Dekret erschaffen, soll der NBA-Basketballstar Yao Ming China zu den Spielen führen. Fast wäre der Plan noch gescheitert, ein Ermüdungsbruch seines linken Fußes ließ die Teilnahme an den Olympischen Spielen in weite Ferne rücken. Doch der 2,29 Meter Riese Ming is rechtzeitig genesen - und wird sein Team gegen die USA ins Turnier führen.

HB. Die Stimmung war bestens im Toyota Center in Houston. Die heimischen Rockets hatten gerade New Orleans, eine der besten Mannschaften der NBA, geschlagen. 22 Spiele hatte der Gegner hintereinander gewonnen, die zweitlängste Siegesserie in der Geschichte der US-amerikanischen Basketball-Profiliga; jetzt war sie gebrochen. Entsprechend ausgelassen war die Party, die die Rockets auf dem Parkett feierten.

In diesem Meer der Freude war Yao Ming eine Insel. In zivil hatte er seine 2,29 Meter hinter der Ersatzbank geparkt, ein Zuschauer wie all die anderen in der Halle - mit dem Unterschied, dass sich seine Feierstimmung in Grenzen hielt. Denn eigentlich hätte er im Zentrum der Aufmerksamkeit stehen sollen.

Aber er hatte sich seinen linken Fuß gebrochen; einen Ermüdungsbruch, diagnostizierten die Ärzte. Die laufende Saison war damit für den chinesischen Center-Spieler beendet. Und schlimmer noch, sein Lebenstraum drohte zu platzen. Umsonst die Schinderei, das Training - ohne ihn hätte die chinesische Basketball-Nationalmannschaft bei den Olympischen Spielen im eigenen Land wohl keine Chance. Ohne ihn wären die Spiele nicht dieselben.

Yao Ming sollte der Botschafter Chinas sein, er sollte die Fackel bei der Eröffnungsfeier tragen. Und nun durchkreuzte diese Verletzung sämtliche Pläne um den vielleicht populärsten Sportler der Volksrepublik. "Nicht spielen zu können, das wäre die größte Enttäuschung für mich", sagte er. Und auch für jene, die ihn zu dem machten, was er heute ist.

Seine Eltern heißen Fang Fengdi und Yao Zhiyuan. Beide sind groß, sehr groß für chinesische Verhältnisse, sie 1,88 Meter, er 2,08 Meter. Beide spielten einst selber Basketball. Und darum wurden sie vor fast 28 Jahren auserwählt, der Volksrepublik einen Basketballer zu schenken, einen Riesen. "You can?t teach height", Größe kann man nicht trainieren, so lautet ein altes Sprichwort.

Die Kreuzung der elterlichen Gene war der erste Staatsakt in Yao Mings Leben. Viele weitere sollten folgen, nachdem sich früh zeigte, dass die Zucht funktioniert hatte: Mit acht Jahren maß Yao schon 1,70 Meter, fortan hatte er dem orangenen Ball zu gehorchen. Mit 13 kam er auf die Sportschule, die Korbjagd war nun sein Job, Ärzte kümmerten sich um seine Fitness, jeden Tag musste er trainieren. Und mit den Jahren wurde aus einem schwächlichen Giganten ein Star. Mit 17 gab er sein Profidebüt. Und im Jahr 2002 - Yao hatte mit seinen Shanghai Sharks in China gerade die Meisterschaft gewonnen - durfte er in der NBA vorspielen.

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