Showmisere soll enden
Gemeinsame ARD-Unterhaltungsredaktion gegründet

Im Ersten soll die Showmisere ein Ende haben. Eine neue Gemeinschaftsredaktion will von 2004 an neu Show-Konzepte für die Hauptabendtermine am Montag, Donnerstag und Samstag entwickeln.

HB DRESDEN. Das beschlossen die ARD-Intendanten am Dienstag in Dresden. Der rund 62 Millionen Euro umfassende Jahresetat soll aus den bisher in den neun Landesrundfunkanstalten dafür vorgehaltenen Mitteln fließen. Die ersten Projekte sollen Anfang 2005 über die Bildschirme flimmern, sagte der Programmdirektor Günter Struve.

"In den vergangenen Jahren gab es in der ARD einen immer größeren Informationsanteil und weniger Unterhaltung", sagte der ARD - Vorsitzende Jobst Plog. Mit der neuen Redaktion werde der Status quo der Unterhaltung in der ARD festgeschrieben, sagte Struve. "Es wird keine Ausweitung, aber auch keine Ausdünnung mehr geben", sagte er. Auf den geplanten Sendeplätzen solle von Volksmusik über Spielshows bis hin zu so genannten Real-Life-Formaten ein breites Angebot entstehen, sagte Struve. "Aber keine Container-Shows."

Der ARD-Vorsitzende Plog hatte den Intendanten der Landesrundfunkanstalten bereits seit Anfang des Jahres die Gründung der Gemeinschaftsredaktion nahe gelegt. Viele ARD-Showkonzepte, von einzelnen Anstalten produziert, waren am Bildschirm gefloppt, zum Beispiel die "Euro Show" oder "Was passiert, wenn?" mit Thomas Elstner. Der mächtige Westdeutsche Rundfunk (WDR), einst federführend bei Zuschauermagneten wie "Geld oder Liebe?", erfüllt gegenwärtig seine im internen Schlüssel festgelegte Zulieferungsquote nicht mehr.

Auch bei den "Tagesthemen" soll es zu Änderungen kommen. Am Sonntagabend soll die Sendung vom 16. November an um 22.45 Uhr beginnen und 15 statt bisher 20 Minuten dauern. Die Kulturmagazine beginnen dann um 23 Uhr, hieß es.

Die ARD signalisierte Unterstützung für die Bewerbung von Leipzig und Rostock für die Olympischen Spiele 2012. Der Senderverbund will dafür Medienpartner werden und dem Nationalen Olympischen Komitee sowie der Olympia GmbH in Kürze ein entsprechendes Konzept unterbreiten, sagte Plog. MDR-Intendant Udo Reiter betonte die besondere Rolle von MDR und NDR, in deren Sendegebieten die Bewerberstädte liegen.

Die ARD stellte in Dresden auch ihr neues Logo und Markenzeichen vor. Statt der Ziffer 1 besteht es jetzt aus den drei Buchstaben ARD mit einer kleinen "Eins im Kreis. Es soll vom 27. September an sowohl im Ersten Deutschen Fernsehen als auch bei den neun Landesrundfunkanstalten sowie der Deutschen Welle zu finden sein. Die Kosten für das neue Sender-Design würden im unteren einstelligen Millionenbereich liegen, sagte Plog.

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