Shuttle-Verkehr zwischen Köln und Rhein-Main ab August
Bahn lässt sich schnellen ICE 3 teuer bezahlen

Mit einem Shuttle-Verkehr zwischen den Hauptbahnhöfen von Köln und Frankfurt wird die Deutsche Bahn am 1. August die neue ICE-Strecke durch Westerwald und Taunus in Betrieb nehmen. Die erhebliche Verkürzung der Reisezeit zwischen den beiden Städten von bislang zweieinviertel Stunden auf zunächst etwa 70 Minuten will sich die Bahn gut bezahlen lassen.

ek BERLIN. Das Ticket wird bei einfacher Fahrt um 12 Euro teurer sein als die heutigen Preise auf der etwa 40 km längeren Rheintalstrecke.

"Wenn der Spruch ,Zeit ist Geld? richtig ist, muss er auch für die Bahn gelten", sagte der Vertriebsvorstand des Unternehmensbereiches Personenverkehr, Hans-Gustav Koch, vor Journalisten in Berlin. Das Ticket für die einfache Fahrt in der 2. Klasse wird 51 statt bisher 39 Euro kosten, in der 1. Klasse 70,60 Euro statt 58,60 Euro. In dieser Größenordnung werde die Fahrt auf der Neubaustrecke auch in dem neuen Preissystem der Bahn berechnet, das zum Fahrplanwechsel am 15. Dezember eingeführt werden soll. In den Shuttle-Zügen besteht zudem Reservierungspflicht, pro Sitzplatz ist noch eine Reservierungsgebühr von 2,60 Euro fällig.

Eingesetzt werden auf der neuen Strecke ausschließlich Züge der jüngsten ICE-Generation, die 300 Stundenkilometer schnellen ICE 3. Nach Marktuntersuchungen glaubt die Bahn, sie habe zu wenig Platz in der 2. Klasse und zu viel Kapazität in der 1. Klasse. Sämtliche Züge werden deshalb umgerüstet: In der 2. Klasse wird der Sitzabstand um rund 5 cm auf 92 cm verringert, um zusätzliche Sitzreihen einzubauen.

Damit liege die Bahn immer noch gut im europäischen Vergleich, erläuterte Koch. Die Beinfreiheit sei genau wie in den französischen TGV-Zügen, im Thalys (Paris-Brüssel-Köln) und im Eurostar (Paris-London) sei sie noch geringer. Abgeschafft werden auch die Speisewagen; ein neu entwickeltes Servicekonzept will die Bahn Mitte Mai vorstellen.

Mit den Shuttle-Zügen "fahren wir das System Neubaustrecke langsam hoch", sagte Koch. So ist vorgesehen, bei entsprechender Nachfrage bereits im September die Zahl der Züge zu verdoppeln. Parallel gibt es zunächst weiterhin das reguläre Intercity-Angebot auf der Rheinstrecke. Erst ab 15. Dezember wird die ICE-Strecke Köln-Rhein/Main voll in Betrieb gehen und in das Intercity-Liniennetz integriert. Dann werden 54 ICE-3-Züge eingesetzt; weitere 13 sind bestellt, um die erwartete, wachsende Nachfrage zu befriedigen. Bereits 2003 rechnet die Bahn mit 27 % mehr Fahrgästen, bis 2007 sogar mit 50 bis 60 %. Rund 40 % des gesamten Fernverkehrs würden dann über die neue Verbindung abgewickelt. Rechne man Umsteigeverbindungen hinzu, würden sogar zwei Drittel aller Fernreisenden auf der Schiene von dem neuen Angebot profitieren.

Bereits im Shuttle-Betrieb, der in den beiden Hauptbahnhöfen noch nicht optimal mit den sonstigen Fernzügen verknüpft ist, ergeben sich etwa in den Verbindungen von Frankfurt nach Brüssel und Amsterdam Reisezeitverkürzungen von über einer Stunde. Die ICE-Tour von Köln nach Stuttgart etwa verkürzt sich von 3 Stunden 14 Minuten auf 2 Stunden 22 Minuten; der Frankfurter Flughafen wird von Köln aus in 55 Minuten erreicht. Auch die Bahnhöfe Siegburg, Montabaur und Limburg Süd an der Neubaustrecke werden bereits ab August mehrmals täglich bedient.

Quelle: Handelsblatt

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