Sichere Ferien fürs Aktiendepot
Experten raten zum Depotcheck vor dem Urlaub

Vor dem Start in die Sommerfrische sollten Kleinanleger unbedingt einen Blick auf ihr Wertpapierdepot werfen. Das gilt besonders dann, wenn es Risikowerte wie Optionsscheine oder Aktien des Neuen Marktes enthält.

ap HAMBURG. "Bei riskanten Werten empfiehlt es sich immer, das Depot urlaubssicher zu machen und Anleger haben viele Möglichkeiten, sich vor bösen Überraschungen zu schützen", sagt Petra Krüll, Sprecherin bei der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) in Düsseldorf.

Die beste Urlaubsvorbereitung ist nach Ansicht der Expertin ein Gang zum Anlageberater. Mit ihm sollte man alle Werte durchgehen und auf ihr Risikopotenzial untersuchen. Neben der Depot-Umschichtung gibt es eine besonders effektive Möglichkeit, sich vor großen Verlusten zu schützen und bereits erzielte Gewinne abzusichern: das Setzen eines so genannten Stopp-Loss-Kurses. Dabei beauftragt der Anleger seine Bank, ein Papier zu verkaufen, sobald ein bestimmter Kurs erreicht wird.

Wo ein Stopp-Loss-Kurs festgelegt wird, hängt von der Risikobereitschaft, dem aktuellen Aktienkurs und der Volatilität des Papiers ab. "In der Regel werden Stopp-Kurse zwischen 15 und 30 % unterhalb des aktuellen Kurses gesetzt", sagt Krüll. Während der Service bei manchen Kreditinstituten kostenfrei ist, verlangen andere auch bei nicht ausgeführten Orders eine Gebühr.

Depot unter Kontrolle

Wer auch im Urlaub permanent den Überblick über sein Portfolio behalten möchte, der kann im Internet ein kostenloses Musterdepot mit seinen Werten anlegen. Zum Check reicht dann der Besuch eines Internetcafes oder der Computer im Hotel. Einige Banken und Onlinebroker informieren kostenlos via E-Mail oder SMS über das aktuelle Börsengeschehen. So verschickt der Discountbroker Consors beispielsweise an alle Nutzer kostenlos wichtige Nachrichten und Kurse zu vorher ausgewählten Werten per E-Mail.

Wem all das nicht reicht, der kann sein Depot vorübergehend in Aufsicht geben. "Dazu gibt man einer Person des Vertrauens einfach eine Vollmacht über das Depot", sagt Stefan Kühnlenz, Finanzexperte der Stiftung Warentest. "Oder man vereinbart mit dem Anlageberater, bei welcher Kursentwicklung er einen im Urlaub anrufen soll". Zur besonderen Vorsicht rät der Experte bei Optionsscheinen. Insbesondere zum Ende der Laufzeit nehme das Verlustrisiko erheblich zu. Kritisch seien dabei insbesondere die letzten drei Monate.

Warnung vor kostenpflichtigen SMS-Infodiensten

Äußerst kritisch sehen die Experten die Angebote der unzähligen Informationsdienste im Internet, die kostenpflichtig Börsenkurse per SMS aufs Handy schicken. "Auf solche Angebote sollte sich niemand verlassen, das ist reine Geldschneiderei", sagt Krüll. Es sei äußerst fraglich, ob der Anleger auch wirklich alle relevanten Informationen erhalte. Zudem bleibe meist unklar, wer für die Inhalte verantwortlich sei.

Zwar gibt es auch werbefinanzierte Dienste, bei denen die SMS-Börsenkurse kostenlos sind, doch Warentester Kühnlenz bezweifelt grundsätzlich den Wert der Kurzmitteilungen. "Der reine Kurs sagt wenig aus, viel wichtiger sind die Informationen dahinter". Und für wirklich relevante News seien die 160 Zeichen einer SMS einfach zu wenig.

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