Sicherheit der Korrespondenten als Hauptanliegen
Nachrichtenagentur Reuters zieht Büroleiter aus Teheran ab

Reuters LONDON. Der internationale Nachrichten- und Informationskonzern Reuters hat den Leiter seines Büros in Teheran, Jonathan Lyons, aus der iranischen Hauptstadt abgezogen. Reuters hatte von den iranischen Behörden einen Brief erhalten, in dem gegenüber Lyons Vorwürfe erhoben und Reuters ein nicht näher ausgeführten Vorgehen androht wurde. Reuters-Chefredakteur Geert Linnebank sagte am Sonntag, das Schreiben sei nach der Veröffentlichung eines Interviews eingegangen, das Lyons mit dem inhaftierten Dissidenten Akbar Gandschi geführt habe. Reuters sehe die Sicherheit seiner Korrespondenten als ein Hauptanliegen an. Für Lyons Wohlergehen in Teheran gebe es keine ausreichenden Garantien mehr.

Reuters weise die Vorwürfe gegenüber dem Unternehmen und gegenüber Lyons zurück, sagte Linnebank. "Wir bedauern die Haltung der iranischen Behörden, aber die Sicherheit unserer Korrespondenten ist für uns von vordringlicher Bedeutung, und wir hatten nicht das Gefühl, dass wir die nötigen Garantien für Lyons Wohlergehen in Teheran hatten." Reuters stehe zu dem am 22. Januar veröffentlichen Interview, das Gandschis Aussagen zutreffend wiedergebe. Der Konzern sei stolz auf Lyons Arbeit. Dieser habe im Iran oft unter schwierigen Bedingungen gearbeitet und bei seiner umfangreichen Berichterstattung die hohen Ansprüche des Unternehmens bezüglich Qualität und Unparteilichkeit erfüllt. Reuters prüfe, wie man weiter aus dem Iran berichten könne.

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