Sicherheitsberaterin Rice fordert schnellstmögliche Entwicklung nationaler Raketenabwehr
Bush will USA wieder aufrüsten

Der Präsidentschaftskandidat der Republikaner setzt auf das Militär. Auf dem Wahlparteitag durfte Golfkriegskommandeur Norman Schwarzkopf für nationale Stärke werben.

ap PHILADELPHIA. Der künftige republikanische Präsidentschaftskandidat George W. Bush hat für den Fall eines Wahlsieges angekündigt, die militärische Stärke der USA auszubauen. Bushs Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice forderte am zweiten Tag des republikanischen Wahlparteitages in Philadelphia zudem die schnellstmögliche Entwicklung einer nationalen Raketenabwehr. Sie sprach sich am Dienstagabend (Ortszeit) auch für eine nukleare Strategie für das 21. Jahrhundert aus. Neben Rice bemühten sich der frühere Golfkriegskommandeur Norman Schwarzkopf und die Kriegsveteranen Bob Dole und John McCain, Bush als einen Mann darzustellen, der auf alle Fragen der nationalen Sicherheit vorbereitet ist.



"Sieg ist kein schmutziges Wort"

Sollte es jemals notwendig werden, militärische Gewalt anzuwenden, dann werde ein künftiger Präsident Bush dies tun, sagte Rice. "Denn Sieg ist für ihn kein schmutziges Wort", fügte sie hinzu, "Freund und Feind werden merken, dass er die Wahrheit sagt." Bush selbst sprach auch am Dienstag nur per Satellit zu den Delegierten. Als er auf der Leinwand erschien, brach Jubel aus. Den größten Applaus gab es jedoch bei einem Videofilm zu Ehren des früheren Präsidenten Ronald Reagan. Dessen Frau Nancy war am Dienstag eigens nach Philadelphia gekommen.

Bushs einstiger innerparteilicher Rivale, Senator John McCain pries den texanischen Gouverneur als Patrioten und "Mann mit Mut und Charakter". Ex-Präsident George Bush gab seinem Sohn per Videoauftritt Rückendeckung. "Ich glaube, Georges Bilanz hält jeder Prüfung der Welt stand", sagte der frühere Präsident und nannte seinen Sohn einen Mann der Ehre und Integrität.



Demonstrationen am Rande des Parteitages

Am Rande des Parteitages lieferten sich zahlreiche Demonstranten Straßenschlachten mit der Polizei. Mit Sitzblockaden behinderten sie den Verkehr im Stadtzentrum, 230 Menschen wurden vorübergehend festgenommen. Der Protest richtete sich vor allem gegen die Todesstrafe, deren Befürworter Bush ist. Die heftigsten Zusammenstöße zwischen Demonstranten und der Polizei gab es in der Nähe des Hotels, in dem Bush ab Mittwoch logieren wird. Demonstranten besprühten Polizeiautos mit Farbe und zerstachen die Reifen. Die Beamten gingen mit Schlagstöcken gegen die aufgebrachte Menge vor.



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