Sicherheitskonferenz
Putin-Erfolge bei Vermittlungsbemühung in Kaschmir-Krise

Bei den Vermittlungsbemühungen im Kaschmir-Konflikt hat der russische Präsident Wladimir Putin erste Erfolge vermeldet.

Reuters ALMATY. Putin teilte am Dienstag dem indischen Ministerpräsidenten Atal Behari Vajpayee am Rande einer Sicherheitskonferenz in Kasachstan mit, der pakistanische Präsident Pervez Musharraf habe im Gespräch mit ihm positive Signale gesetzt, wie die Krise beizulegen sei. Indien hatte sich zuvor bereit erklärt, mit dem Nachbarland Pakistan über den Kaschmir-Konflikt zu sprechen. Indien wirft Pakistan vor, moslemische Rebellen zu unterstützen, die den Unionsstaat Jammu und Kaschmir aus Indien herauslösen wollen. Die Spannungen zwischen Indien und Pakistan, die beide über Atomwaffen verfügen, hatten sich in den vergangenen Monaten verschärft.

Putin und der chinesische Präsident Jiang Zemin hatten vor Beginn der Konferenz der Staats- und Regierungschefs aus 16 Staaten in Kasachstan angekündigt, sich um eine Vermittlung im Kaschmir-Konflikt bemühen zu wollen. Putin sagte zu Vajpayee, er freue sich darauf, mit dem indischen Ministerpräsidenten über eine "Reihe ernsthaft positiver Signale" zu sprechen, die Musharraf im Gespräch mit ihm gesetzt habe. Details nannte Putin nicht.

Tägliche Gefechte an der Grenze

Vor den Einzelgesprächen mit Musharraf und Vajpayee in einer Residenz am Stadtrand von Almaty hatte er auf der Sicherheitskonferenz tiefe Besorgnis über die Kaschmir-Krise geäußert. Beide Seiten haben eine Million Soldaten an der Grenze der geteilten Kaschmir-Region zusammengezogen, in der es fast täglich zu Gefechten kommt. Auslöser für die Eskalation der Lage waren Anschläge vermutlich moslemischer Extremisten auf das indische Bundesparlament im Dezember und auf ein Militärlager im indischen Teil Kaschmirs im Mai mit Dutzenden Toten.

Während Russland traditionell gute Beziehungen zu Indien unterhält, verfügt China über enge Kontakte zu Pakistan. Ein kleiner Teil Kaschmirs steht unter chinesischer Kontrolle, 45 Prozent der Region gehören zu Indien, etwa ein Drittel zu Pakistan. Ob es am Rande der Konferenz auch zu einem direkten Treffen zwischen Vajpayee und Musharraf kommen würde, blieb ungewiss.

Bundesaussenminister Fischer drängt Pakistan zum Handeln

Vajpayee hatte zwar Bereitschaft signalisiert, auch direkt mit dem verfeindeten Nachbarland über die Krise zu sprechen. "Allerdings müssen wir die Aufmerksamkeit auch auf die Notwendigkeit eines Stopps des Terrorismus lenken", fügte der indische Regierungschef hinzu. In Neu-Delhi sagte eine Sprecherin des indischen Außenministeriums, eine Wiederaufnahme der Gespräche mit Pakistan hänge davon ab, dass der "grenzüberschreitende Terrorismus" beendet werde und Indien den Beweis dafür sehe.

Auch Bundesaußenminister Joschka Fischer drängte im Gespräch mit einem Abgesandten Musharrafs auf ein Ende der grenzüberschreitenden Angriffe von Extremisten aus Pakistan. "Es ist im Interesse Pakistans, die Infiltrationen zu stoppen", sagte Fischer nach Angaben eines Sprechers dem Sondergesandten Faruk Ahmad Khan Leghari am Dienstag in Berlin. Die grenzüberschreitenden Angriffe aus Pakistan auf das Nachbarland würden sich letztlich gegen Pakistan selbst wenden. Jammu und Kaschmir ist der einzige Unionsstaat im überwiegend hinduistischen Indien mit mehrheitlich moslemischer Bevölkerung. In Pakistan gehört die Bevölkerung überwiegend dem Islam an.

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