Sicherheitslage in China
Terrorfurcht vor Olympia wächst

Fünf Tage vor Beginn der Olympischen Spiele weckt ein neuer Anschlag mit 16 Todesopfern die Terrorfurcht in China. Trotz des jüngsten Anschlages sieht die deutsche Olympiamannschaft dem Beginn der Spiele gelassen entgegen - die Sicherheitslage sei gut, aber nicht erdrückend.

PEKING. Unbekannte Angreifer haben gestern im Nordwesten Chinas eine Polizeistation überfallen und 16 Beamte getötet. Fünf Tage vor Eröffnung der olympischen Spiele vermuten die chinesischen Behörden eine Terrorgruppe hinter dem Anschlag. Der Überfall ereignete sich in der Grenzstadt Kashgar in einer abgelegenen Region Chinas. Laut staatlicher Nachrichtenagentur Xinhua haben zwei Attentäter um acht Uhr morgens einen Kipplaster in eine Polizeieinheit gefahren, die soeben ihr Lauftraining absolvierte. Die Täter stiegen dann aus und warfen Sprengsätze auf eine Polizeibaracke, berichtet Xinhua weiter. 14 Polizisten starben am Tatort, zwei auf dem Weg ins Krankenhaus. Weitere Beamte wurden verletzt. Es gelang der Polizei dennoch, zwei Angreifer festzunehmen. Es handele sich um Uiguren im Alter von 28 und 33 Jahren. Einer der beiden habe seinen Arm verloren, als er einen selbst gebastelten Sprengsatz gezündet habe. Die Polizei habe zehn selbst gefertigte Sprengsätze, eine Pistole aus Eigenbau sowie vier Messer in dem Fahrzeug der Männer gefunden.

Die deutsche Olympiamannschaft sieht trotz der Anschläge in Xinjiang keine höhere Gefahr während ihres Aufenthalts in Peking. "Wir fühlen uns hier sicher, die Sicherheitslage ist gut, und sie ist trotzdem nicht so erdrückend, dass man sich nicht mehr bewegen könnte", sagte Teamchef Michael Vesper der ARD. Auch die Veranstalter bleiben gelassen. "Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, sind bestens vorbereitet", versichert der Sprecher des Organisationskomitees in Peking. Noch stehe nicht fest, ob der Anschlag etwas mit Olympia zu tun habe.

Die chinesischen Behörden haben die islamische Unabhängigkeitsbewegung in Xinjiang jedoch bereits als größte Bedrohungen für die Spiele ausgemacht. "Erfahrungen bei früheren Spielen haben gezeigt, dass Terroranschläge auch vor den Spielen erfolgen können, deshalb sind unsere Sicherheitskräfte schon vor der Eröffnungsfeier im Einsatz", sagte im Juni der Sicherheitsbeauftragte des olympischen Organisationskomitees, Liu Shaowu.

Berichten zufolge hat sich die islamische Unabhängigkeitsbewegung in Xinjiang seit Mai zu mehreren Anschlägen in China bekannt. Unklar ist, ob die Bombenexplosionen in den Städten Kunming und Schanghai ebenfalls auf ihr Konto gehen. Im südwestlichen Kunming waren im Juli bei Anschlägen auf zwei Linienbusse zwei Menschen gestorben und mindestens 14 verletzt worden.

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