Sicherheitsmaßnahmen in Milliardenhöhe reißen ein Loch in die Staatskasse
Countdown für teure Spiele in Athen

Zwölf Tage vor dem Beginn der XXVIII. Olympischen Spiele in Athen können Organisatoren, Teilnehmer und Besucher aufatmen: Die Sportstätten sind fertig, die Verkehrsinfrastruktur steht. "Wir haben es geschafft", stellte die Präsidentin des Athener Organisationskomitees (ATHOC), Gianna Angelopoulos-Daskalaki, am Wochenende bei der Eröffnung des Olympischen Dorfes fest.

ATHEN. Allen Unkenrufen zum Trotz sind die Olympia-Organisatoren doch noch fertig geworden - wenn auch in letzter Minute. An manchen Sportstätten muss noch der Bauschutt beiseite geräumt werden, aber dass irgendeine Anlage nicht zur Verfügung steht, ist nicht zu befürchten.

Mit der neuen U-Bahn-Verbindung zwischen dem Athener Stadtzentrum und dem Flughafen sowie der S-Bahn-Linie zum Airport sind seit dem Wochenende auch zwei Verkehrsmittel in Betrieb, um deren rechtzeitige Fertigstellung lange gezittert wurde. Bereits seit zehn Tagen rollt die neue Straßenbahn durch die griechische Hauptstadt. Erst im Dezember 2001 vergaben die Griechen den Auftrag zum Bau der 26 Kilometer langen Strecke.

Bis zuletzt sind die hastigen Olympia-Vorbereitungen von Pannen begleitet. Stromausfälle, ein zwölfstündiger Zusammenbruch des Telefonnetzes und ein Ausfall des Signalsystems der Athener U-Bahn fielen allein in die vergangene Woche. Hinzu kommt die Explosion der Kosten: Für den Bau der Sportstätten hatte die im März abgewählte sozialistische Regierung rund 4,6 Mrd. Euro angesetzt, inzwischen rechnet man mit rund sechs Milliarden Euro.

Mit Anlaufschwierigkeiten kämpfen vor allem die Verantwortlichen des von der US-Firma SAIC entwickelten und installierten Sicherheitssystems. Erst zwei Monate später als vertraglich vereinbart ging das System in der vergangenen Woche in Betrieb. Grund für die Verspätung waren Verzögerungen bei der Fertigstellung der Sportanlagen, aber auch Schwierigkeiten mit der Software. Das von SAIC entwickelte System C4I soll es ermöglichen, in Echtzeit alle sicherheitsrelevanten Informationen zusammenzuführen, Bedrohungen zu analysieren und auf diese angemessen zu reagieren. Das C4I ist Kernstück des umfassendsten und teuersten Sicherheitskonzepts, das je für Olympische Spiele entwickelt wurde. Die Sicherheitsmaßnahmen belasten die Staatskasse: Statt 650 Millionen Euro kostet der Schutz der Spiele nach jüngsten Hochrechnungen rund 1,2 Mrd. Euro.

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