Sicherheitsmaßnahmen verschärft
Neues Blutvergießen überschattet Spiele

Neues Blutvergießen in Nordwestchina überschattet die Olympischen Spiele. Mit Schützenpanzern und Sonderkommandos wurden am Dienstag in Peking die Sicherheitsmaßnahmen am Olympia- Gelände verschärft.

HB PEKING. Es gebe zwar keine konkrete Gefahr, aber die Maßnahmen seien zum Schutz von Athleten, Journalisten und Besuchern gedacht, erläuterten die Organisatoren. Beim dritten blutigen Zwischenfall in nur acht Tagen wurden in der nordwestlichen Unruheregion Xinjiang an einer Straßensperre 30 Kilometer von Kashgar drei Sicherheitskräfte von unbekannten Angreifern erstochen. Seit vergangenen Montag hat es damit bei Bombenanschlägen und anderen Gewaltakten in Xinjiang nach amtlichen Angaben schon 31 Tote gegeben.

Als Vorsichtsmaßnahme gingen in Peking mindestens zwei Panzerfahrzeuge von Eliteeinheiten vor dem Hauptpressezentrum und in der Nähe des Nationalstadions in Position. Am olympischen Dorf wurden schwer bewaffnete Sonderkommandos postiert. An Eingängen zum Olympia- Gelände tauchten in Kampfanzüge gekleidete und mit Maschinenpistolen ausgerüstete Soldaten auf. "Uns wurde mitgeteilt, dass es eine reine Sicherheitsmaßnahme ist und es keine Probleme für das Dorf gibt", sagte der Sprecher der deutschen Mannschaft, Gerd Graus.

Chinesische Beobachter sahen die Welle der Gewalt im Nordwesten in einem Zusammenhang mit Olympia. Uigurische Gruppen versuchten möglicherweise, die Aufmerksamkeit der Welt auf sich zu lenken. Bei dem neuen Angriff an einer Straßenkontrolle sei ein Unbekannter aus einem Auto gesprungen und habe die Sicherheitsleute niedergestochen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Drei seien getötet, ein weiterer verletzt worden. Der Täter habe flüchten können.

Die Polizei bestätigte der Nachrichtenagentur dpa in Peking die Bluttat. "Der Vorfall wird gegenwärtig untersucht." Die Attacke passierte in Yamanya im Landkreis Shule nahe Kashgar, wo am vergangenen Montag 16 Grenzsoldaten getötet worden waren. Am Sonntag war die 1700 Kilometer von Peking entfernte Oasenstadt Kuqa am Rande der Taklamakan-Wüste von der bislang größten Serie von Bombenanschlägen erschüttert worden. Zwei Menschen seien ums Leben gekommen, während acht Attentäter erschossen worden seien und zwei sich selbst in die Luft gesprengt hätten, berichteten Staatsmedien. Die Polizei machte uigurische "Terroristen" verantwortlich.

Seite 1:

Neues Blutvergießen überschattet Spiele

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%