Sicherheitsmaßnahmen verstärkt
FBI warnt vor kurz bevorstehenden Anschlägen

Zum vierten Mal seit den Anschlägen am 11. September in den USA hat die Bundespolizei FBI am Montag vor Anschlägen moslemischer Extremisten gewarnt. Das FBI teilte in Washington mit, kürzlich erlangte Informationen wiesen auf die Möglichkeit eines Anschlages in den USA oder gegen US-Einrichtungen in Jemen "am oder um den 12. Februar 2002" hin. In den USA wurden die Sicherheitsmaßnahmen deutlich verstärkt.

rtr/dpa WASHINGTON. Aus Geheimdienstkreisen hieß es, die Warnung basiere auf "Informationen aus zweiter Hand", die von einem Gefangenen des Feldzuges gegen Moslem-Extremisten in Afghanistan stammten. Das FBI stellte allerdings keinen Zusammenhang mit der El Kaida her, die die USA für den Tod der rund 3 000 Menschen vor fünf Monaten verantwortlich machen.

Hauptverdächtiger stammt aus Jemen

Als Hauptverdächtigen nannte die Bundespolizei den 1979 in Jemen geborenen Jahja el Rabeei. Das FBI stellte ihn und ein Dutzend seiner angeblichen Mitverschwörer mit Fahndungsfotos unter http://www.fbi.gov ins Internet. Insgesamt soll Rabeei 16 Komplizen haben, zumeist Jemeniter, aber auch Saudiaraber und Tunesier. Das FBI setzte die Strafverfolgungsbehörden in den USA in Kenntnis sowie die Polizeien und Geheimdienste in aller Welt. Es warnte, Rabeei trete unter vielen Namen auf, unter anderem als "Furkan".

Das FBI hatte am 3. Dezember, am 11. Oktober und am 29. Oktober gewarnt, es drohten neue Anschläge. Präzisiert wurde dies nicht und stieß deshalb auf Kritik. Am 6. Februar sagte der Direktor des Geheimdienstes CIA, George Tenet, die El Kaida des moslemischen Extremisten Osama bin Laden, sei in den Großstädten Europas und des Nahen Ostens vertreten und könne auf Verbindungen unter anderem in Jemen zurückgreifen.

Dort verlautete aus Regierungskreisen, es handele sich vorerst nur um Drohungen. Doch sei die Regierung immer auf der Hut. Die Sicherheitsvorkehrungen in der Hauptstadt Sanaa wurden dem Augenschein nach nicht verstärkt. Die US-Botschaft in Sanaa hatte im Januar den Betrieb eingeschränkt, weil Jemen die USA vor "erhöhter terroristischer Bedrohung" gewarnt hatte. Jemen war 2000 Schauplatz eines Anschlages auf ein US-Kriegsschiff, bei dem die beiden Attentäter und 19 Seeleute starben.

Die USA haben den Anschlag Bin Laden zugeschrieben, der von jemenistischen Einwanderern in Saudi-Arabien abstammt. In Jemen ist seit Januar die Armee an der Fahndung nach Extremisten beteiligt. Unter den 254 Gefangenen des Afghanistan-Feldzuges auf dem kubanischen US-Stützpunkt Guantanamo befinden sich nach Presseinformationen 17 Jemeniter. Die El Kaida hatte ihre zentralen Stützpunkte in Afghanistan rekrutierte sich aber überwiegend aus ausländischen Moslems. Die US-Ermittler vermuten, dass die El Kaida in etwa 60 Ländern vertreten ist.

Bin Laden und Mullah Omar noch flüchtig

Bin Laden und der Chef der afghanischen Taliban-Bewegung, Mullah Mohammad Omar, sind trotz intensiver Fahndung noch nicht gefasst worden. Er vermute, dass dafür Elemente im pakistanischen Geheimdienst verantwortlich seien, die der neuen Linie Präsident Pervez Musharrafs nicht folgten, sagte der afghanische Innenminister Junus Kanuni am Dienstag in einem Zeitungsinterview. Musharraf hatte die Taliban bis zum gewaltsamen Tod der rund 3000 Menschen in New York, Washington und Pennsylvania unterstützt, war dann aber umgeschwenkt.

Kanuni sagte der arabischen Zeitung "Asharkq al-Awsat", Bin Laden pendele vermutlich zwischen Afghanistan und Pakistan, und die Reste der Taliban-Bewegung organisierten sich in Pakistan in einer neuen Partei, der Hukkam el Furkan, die "offen Kontakte zum pakistanischen Geheimdienst" unterhalte.

Die Geheimdienstausschüsse des US-Kongresses wollen herausfinden, was die Regierungen vorher über die Anschläge der Jahre 1993 bis 2001 wussten und wie sie reagierten. Nach Angaben der Vorsitzenden des Geheimdienstausschusses des Senates, Bob Graham, sollen die Ermittlungen Mitte April beginnen. Die "Washington Post" meldete am Dienstag ergänzend, die Ermittlungsarbeit solle ein Team leisten, das von beiden Parteien, den Republikanern und den Demokraten, unabhängig sei.

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