Sicherheitsmaßnahmen verstärkt
Seegefecht in Südkorea

Nach einem Seegefecht zwischen Süd- und Nordkorea im Gelben Meer haben Südkorea und Japan verstärkte militärische Sicherheitsmaßnahmen angekündigt.

Reuters SEOUL. Der südkoreanische Präsident Kim Dae Jung, der am Sonntag zu politischen Gesprächen und zum Endspiel der Fußball-WM nach Japan flog, kündigte stärkere Verteidigungsanstrengungen an. Japan erklärte, die Luftwaffe werde zusätzliche Aufklärungsflüge fliegen. Am Samstag, dem Tag des Seegefechts, spielte Südkorea um Platz drei bei der Fußball-WM gegen die Türkei. Bei dem Gefecht, bei dem nach südkoreanischen Angaben ein Schiff verloren ging, starben vier südkoreanische Soldaten, 19 seien verletzt worden. Beide Seiten wiesen sich gegenseitig die Verantwortung für den schwersten Zwischenfall seit drei Jahren zu.

China zeigte sich besorgt über den Vorfall, der einen Schatten auf die Bemühungen um Aussöhnung zwischen beiden koreanischen Staaten werfe, meldete die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua am Sonntag. Das US-Außenministerium nannte das nordkoreanische Vorgehen eine bewaffnete Provokation und unterstützte die Position des Verbündeten Südkorea. Die EU und Russland appellierten an beide Seiten, die zuletzt eingeleitete Politik der Aussöhnung nicht zu gefährden.

Ein südkoreanisches Kriegsschiff sei gesunken, nachdem von einem nordkoreanischen Patrouillenboot vor der Westküste der koreanischen Halbinsel das Feuer eröffnet worden sei, teilte das Verteidigungsministerium in Seoul mit. Zuvor seien zwei nordkoreanische Schiffe vorsätzlich in südkoreanische Gewässer eingedrungen. Verteidigungsminister Kim Gong Shin forderte eine Entschuldigung Nordkoreas.

In Nordkorea hieß es, die südkoreanischen Schiffe hätten die Seegrenze überquert und das Gefecht begonnen. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA meldete am Sonntag, Südkorea habe mit dem Angriff die Beziehungen während der Fußballweltmeisterschaft trüben wollen. Südkoreas Forderung, Nordkorea solle sich entschuldigen, sei "der Gipfel der Unverschämtheit".

Der rund 20-minütige Schusswechsel hatte sich nach südkoreanischen Angaben zwischen 40 Kilometer westlich der Insel Yeonpyongdo und 170 Kilometer westlich des Flughafens Inchon ereignet. Ein nordkoreanisches Schiff sei in Flammen aufgegangen. Nach dem Gefecht seien die nordkoreanischen Schiffe auf ihre Seite der Seegrenze zurückgekehrt. Der Regierung in Seoul zufolge war dies der schwerste Zwischenfall seit 1999. Vor drei Jahren waren bei einem Seegefecht Dutzende Nordkoreaner getötet worden.

Präsident Kim hatte den Zwischenfall einen klaren Bruch des Waffenstillstandsabkommens durch Nordkorea genannt. Korea ist seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) geteilt. Beide Staaten haben bislang keinen Friedensvertrag abgeschlossen, zuletzt aber eine Aussöhnungspolitik eingeleitet. Der Norden erkennt die Seegrenze nicht an.

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