Sicherheitsrat berät über US-Warnung: USA fordern Ende der UN-Waffeninspektionen im Irak

Sicherheitsrat berät über US-Warnung
USA fordern Ende der UN-Waffeninspektionen im Irak

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen will in Kürze über die Aufforderung der USA an die UN-Waffeninspekteure beraten, sich aus dem Irak zurückzuziehen. Das Gremium will ab 16.00 Uhr MEZ mit den beiden UN-Chefinspekteuren Hans Blix und Mohammed El Baradei zusammenkommen.

HB/dpa WIEN/KAIRO. Die USA haben das Ende der vor drei Monaten begonnenen UN-Waffeninspektionen im Irak verlangt. Die Inspekteure sollten den Irak verlassen, berichtete der Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO), Mohammed el-Baradei, am Montag in Wien über eine entsprechende Aufforderung der US- Regierung vom Sonntagabend. Eine ähnliche Aufforderung habe auch der Chef der UN-Waffenkontrollkommission (UNMOVIC), Hans Blix, erhalten. El-Baradei hatte zuvor dem IAEO-Gouverneursrat berichtet, seine Kontrolleure hätten im Irak keinerlei Hinweise auf ein Atomwaffenprogramm gefunden.

Er habe den Präsidenten des UN-Sicherheitsrates und UN - Generalsekretär Kofi Annan über die US-Forderung unterrichtet, sagte El-Baradei weiter. Der Sicherheitsrat werde noch am Montag entscheiden. Über einen zeitlichen Ablauf machte der IAEO-Chef keine Angaben.

"Bis heute haben wir keine Beweise oder plausiblen Hinweise auf die Wiederaufnahme eines nuklearen Waffenprogramms im Irak gefunden", berichtete El-Baradei am Montag der IAEO-Spitze. Gleichzeitig habe die Kooperationsbereitschaft der irakischen Behörden mit den IAEO-Inspekteuren spürbar zugenommen.

Unmittelbar vor dem Bericht El-Baradeis waren die UN - Waffeninspekteure am Montag Spekulationen entgegentreten, sie hätten wegen der amerikanisch-britischen Kriegsvorbereitungen bereits mit dem Abzug der Waffenkontrolleure begonnen. "Wir haben keinerlei Weisung, mit Evakuierungen zu beginnen", erklärte der UNMOVIC- Sprecher in Bagdad, Hiro Ueki. Nach Angaben des irakischen Behörden waren die Inspekteure am Montag in insgesamt sechs irakischen Einrichtungen aktiv.

Wie in den vergangenen Tagen beaufsichtigten UNMOVIC-Experten in El Tadschi (20 Kilometer nördlich von Bagdad) die Verschrottung der Kurzstreckenraketen vom Typ Al-Samoud-2. Bis einschließlich Sonntag hatte der Irak 70 Raketen dieses von der UNMOVIC für unzulässig erklärten Typs zerstört. Weitere Teams von Waffenkontrolleuren inspizierten unter anderen die Karame-Werke in Bagdad, wo die Al- Samoud hergestellt wurde, eine Molkerei in Tikrit, der Heimatstadt von Präsident Saddam Hussein (160 Kilometer nördlich von Bagdad) sowie ein Luftabwehrbataillon.

Bagdad hatte nach seinen Dokumenten zu Senfgas und dem Nervengas VX am Wochenende außerdem Fotos und Videomaterial über mobile Labors übermittelt. Nach amerikanischen Behauptungen dienen diese der geheimen Herstellung biologischer Kampfstoffe, während es sich nach irakischer Darstellung um fahrbare Labors für Lebensmittelkontrollen handelt.

Der Irak bekräftigte unterdessen seine weitere Bereitschaft, mit den Waffenkontrolleuren zu kooperieren. "Wir haben schon bisher alles getan", sagte Informationsminister Mohammed Said el Sahhaf am Montag vor der Presse in Bagdad. Das Gipfeltreffen der Kriegsbefürworter USA, Großbritannien und Spanien am Sonntag bezeichnete er als "Treffen der Gesetzlosen". "Wenn sie uns nur die eine Wahl lassen, uns zu verteidigen, dann werden wir das auch tun."

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