Sicherheitsrat soll Afghanistan-Abkommen billigen
Sturm auf Tora Bora

US-Kampfflugzeuge und afghanische Anti-Taliban-Kämpfer haben am Donnerstagmorgen ihre Angriffe auf den Höhlenkomplex Tora Bora im Osten Afghanistans wieder aufgenommen. Ein US-Flieger warf fünf Bomben über den waldigen Bergen ab, in denen hunderte Anhänger des Fundamentalistenführers Osama bin Laden verschanzt sein sollen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP berichtete.

afp/rtr SUTLA CHIL/NEW YORK. Gleichzeitig nahmen afghanische Oppositionstruppen das Gebiet mit Panzern unter Beschuss. Wie die Taliban-nahe Nachrichtenagentur AIP meldete, lösten die US-Bombardements einen riesigen Waldbrand bei dem unterirdischen Labyrinth von Tora Bora aus. Rund 2000 örtliche Stammeskämpfer seien in dem Gebiet von Melawa etwa 50 Kilometer südlich von Dschalalabad im Einsatz. Demnach wurden bei Gefechten mit El-Kaida-Männern in der Nacht ein Kämpfer getötet und zwei weitere verletzt.

Die Offensive in der Gegend bei Dschalalabad, wo ein Stützpunkt von Bin Ladens Netzwerk El Kaida sein soll, hatte am Mittwoch begonnen. Es wird auch vermutet, dass sich der wegen der Terroranschläge vom 11. September von den USA gesuchte islamistische Extremist selbst dort versteckt.UNO-Rat soll Donnerstag Afghanistan-Abkommen billigen

Sicherheitsrsat soll heute Afghanistan-Abkommen billigen

Derweil ist in den UNO-Sicherheitsrat ein Resolutionsentwurf zur Billigung des Bonner Afghanistan-Abkommens eingebracht worden, der zunächst die Frage einer UNO-Schutztruppe ausklammert. Ratspräsident Moctar Ouane sagte am Mittwoch in New York, das 15 Mitglieder umfassende Führungsgremium der UNO werde voraussichtlich am heutigen Donnerstag über die von Großbritannien und Frankreich eingebrachte Vorlage abstimmen. Der Rat sei bereit, die Umsetzung des Abkommens zu unterstützen. Über die von der Afghanistan-Konferenz erbetene Entsendung einer UNO-Schutztruppe für Afghanistan soll allerdings noch nicht abgestimmt werden. Bevor eine entsprechende zweite Resolution eingebracht wird, soll die Zustimmung der USA eingeholt werden.

Die USA argumentierten bislang allerdings, die Zeit sei noch nicht reif für eine internationale Schutztruppe. Der für den Afghanistan-Einsatz zuständige US-General Tommy Franks will zunächst die radikal-islamischen Taliban und die Organisation des Moslem-Extremisten Bin Laden, El Kaida, in Afghanistan zerschlagen. Ein weiteres Ziel ist das Aufspüren Bin Ladens.

Doch für die UNO drängt die Zeit. UNO-Sprecher Fred Eckhard sagte, bis zum 22. Dezember sollten die Beschlüsse über eine Friedenstruppe nicht nur unter Dach und Fach sein, sondern auch umgesetzt werden. Noch vor Jahresende könnten dann die ersten Friedenssoldaten in Afghanistan stationiert werden.

Nach neuntägigen Verhandlungen hatten sich die Vertreter afghanischer Volksgruppen auf dem Petersberg bei Bonn auf die Bildung einer Übergangsregierung geeinigt, die die Grundlage für Frieden und Wiederaufbau in Afghanistan schaffen soll. Zum Schutz der neuen Verwaltung baten die Afghanen den UNO-Sicherheitsrat um eine internationale Schutztruppe in Kabul. Sie soll bis zum Aufbau eigener Polizeistrukturen die Sicherheit in der Hauptstadt garantieren.

Wie viele Soldaten entsandt werden und aus welchen Ländern sie kommen sollen, ist noch unklar. Bundeskanzler Gerhard Schröder kündigte an, dass Deutschland bereit sei, sich im europäischen Rahmen an einer UNO-Schutztruppe zu beteiligen. Es sei nun Sache der UNO zu entscheiden, wen sie um eine Beteiligung bitte.

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