Sicherheitsrisiko
Russland verliert Kontrolle über Militär-Satelliten

Durch einen Brand in einem Weltraum-Kontrollzentrum kann der Kontakt zu vier Satelliten derzeit nicht dauerhaft hergestellt werden. Militärexperten warnen vor dem Gefahrenpotenzial des veralteten russischen Satellitensystems.

rtr MOSKAU. Das russische Militär hat wegen eines Brands in einer Relaisstation die Kontrolle über vier seiner Satelliten verloren. Der Kontakt zu den Satelliten könne derzeit nicht dauerhaft hergestellt werden, sagte der russische Militär-Kommandeur Anatoli Perminow am Donnerstag dem staatlichen Fernsehsender RTR. Sobald das Feuer gelöscht sei, werde das Problem jedoch beseitigt werden. Militärangaben zufolge funktionierte das Satelliten-Kontrollsystem trotz der Ausfälle normal. US-Experten hatten kürzlich davor gewarnt, Mängel im veralteten russischen Satellitensystem könnten einen Fehlalarm auslösen und zum irrtümlichen Start von Atomraketen führen.

Das Feuer in der Relaisstation Serpuchow, 200 Kilometer südwestlich von Moskau, sei in der Nacht zum Donnerstag durch einen Kurzschluss ausgelöst worden, meldete die Nachrichtenagentur Itar-Tass unter Berufung auf Kreise des Verteidigungsministeriums. Perminow sagte, bei dem Brand sei niemand verletz worden. Alle geheimen Dokumente, Computer-Programme und in der Station gelagerte Waffen hätten rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden können.

Nach Einschätzung des Militärexperten Alexander Golz sind rund 70 % der 100 bis 130 russischen Militärsatelliten in Kürze nicht mehr einsatzfähig. Geoffrey Forden vom Massachusetts Institute of Technology hatte in einem Internet-Artikel gewarnt, dass Mängel im russischen Satelliten-Frühwarnsystem eine potenzielle Gefahr darstellten. Er bezog sich auf einen Zwischenfall im Jahr 1995, als das russische Militär kurzzeitig eine norwegische Forschungsrakete mit einer US-Atomrakete verwechselte.

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