"Sicherlich unter einem Prozent"
BVR erwartet für 2001 nur geringes Wachstum

Der Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) rechnet nach den Worten seines Präsidenten Christopher Pleister für dieses Jahr mit einem Wirtschaftswachstum in Deutschland von "sicherlich unter einem Prozent".

Reuters FRANKFURT. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" sagte Pleister: "Um zum Beispiel die Probleme auf dem Arbeitsmarkt zu lösen, brauchen wir ein Wirtschaftswachstum von mindestens 1,8 %. Das heißt, die Probleme der deutschen Wirtschaft hätten auch vor dem 11. September nicht aus eigener Kraft bewältigt werden können. Wir sind in Deutschland nicht flexibel genug. Wir haben aber gute Chancen, wieder auf einen positiven Wachstumspfad zu kommen.

Die Banken seines Verbandes seien jedoch von der derzeitigen Problemen weniger betroffen, sagte er weiter. "Die kommen da wie der gesamte Mittelstand relativ gut weg, weil sie nicht so stark betroffen sind wie andere Banken. Die Verankerung vor Ort sorgt für eine nachhaltige Stabilität. Auch in der Vergangenheit war es so, dass konjunkturelle Entwicklungen immer mit einer zeitlichen Verzögerung bei den genossenschaftlichen Banken ankommen und diese dann auch nicht so stark wie andere treffen. Das liegt an der Vielzahl der relativ kleinen Kunden. Das Risiko wird dadurch gestreut", sagte er weiter.

Von den Vorschlägen des Finanzministeriums, die Stammdaten aller Kontoinhaber in Deutschland zentral zu erfassen, hält Pleister wenig: "Das ist ein wenig hilfreicher Vorschlag. Das Bankgeheimnis ist ein Bankkundengeheimnis, auf das mit Recht jeder Bankkunde einen Anspruch hat. Verdächtige Kontobewegungen hingegen, die den Verdacht der Geldwäsche begründen, in einer Zentralstelle zu erfassen, halte ich für sehr sinnvoll".

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