Sidka soll Effenbergs Trainer werden
Emirat Katar als Paradies für Fußball-Rentner

Schönes Leben, tolles Klima, und vor allem satte Millionen: Das Emirat Katar wird zum Paradies für angehende Fußball- Rentner und zu einer deutschen Kolonie. Nach Mario Basler (34) erhörte auch Stefan Effenberg dem Lockruf aus der Wüste - und weitere Alt-Stars sollen folgen.

HB/dpa HAMBURG. "Der Verband rüstet auf und stellt viel Geld zur Verfügung", verriet am Sonntag Wolfgang Sidka. Der ehemalige Profi hat ebenfalls ein Angebot und könnte Trainer beim Effenberg- Club Al Arabi werden. Auch Thomas Häßler, Martin Max (beide 1860 München) und Andreas Möller (Schalke 04) stehen auf der Wunschliste.

Die Angebote der Scheichs sind verlockend. Effenberg lässt bei Al Arabi für rund zwei Mill. ? Gage sein letztes Jahr als Profi ausklingen. "Es ist eine große Herausforderung für mich, noch einmal in einem ganz anderen Land zu spielen", fand der 34 Jahre alte Mittelfeldmann eine schöne Umschreibung für das lukrative Gastspiel.

Die Erfahrungen des früheren Freiburger Bundesliga-Profis Zoubaier Baya bei Al Arabi schrecken "Effe" nicht. Baya kritisierte die lasche Einstellung seiner Mitspieler, die man beim Training zum Teil an den Fingern einer Hand abzählen konnte. Baya hat sich quasi freigekauft, um schnell wieder das Weite suchen zu können. Effenberg gefällt es trotzdem. "Fußball zu spielen, wenn das Meer 50 Meter entfernt ist, das hat schon was", gab er kürzlich in einem Interview zu.

Vor Ort trifft er wohl auf einen alten Bekannten: Denn Sidka (49), zuletzt Nationalcoach in Bahrain, liegt eine Offerte des Effenberg- Clubs vor. "Dass viele Deutsche dort spielen werden, macht die Sache für mich natürlich interessant. Die wollen mich gern haben, wir stehen in Kontakt", bestätigte er der dpa. Der Technische Direktor der Qatar Football-Association (QFA), Manfred Höner, wird in der "Bild am Sonntag" so zitiert: "Effenberg bekommt einen deutschen Trainer - Wolfgang Sidka." Der Ex-Profi von Hertha BSC und Werder Bremen hat im März seinen Vertrag als Nationalcoach nach zweieinhalb Jahren im Königreich Bahrain wegen einer anstehenden Achillessehnen- Operation aufgelöst, sucht nun aber eine neue Herausforderung.

Die QFA will das Fußball-Entwicklungsland im Hinblick auf die angestrebte Teilnahme an der WM 2006 in Deutschland und an den Asienspiele im selben Jahr voranbringen. Deshalb sollen weitere namhafte Profis folgen: Mario Basler, dessen Wechsel nach Katar längst klar ist, reiste am Sonntag in die Hauptstadt Doha, um zu klären, für welchen Verein er künftig kickt. Der am Samstag beim Heimspiel des 1. FC Kaiserslautern gegen Borussia Dortmund verabschiedete "Super Mario" kassiert zwei Mill. ? per anno.

Attraktiv ist der knapp 11 500 Quadratkilometer große und rund 600 000 Einwohner zählende Wüstenstaat Katar für Kicker allemal: Denn dort dauert die Saison der zehn Erstliga-Teams nur von September bis November sowie von Februar bis Mai. "Am 1. September trete ich an", versprach Effenberg. Der auf seiner letzten Bundesliga-Station VfL Wolfsburg wegen fehlender Fitness von Trainer Jürgen Röber nicht mehr berücksichtigte Profi könnte auf der sechs Flugstunden von der Heimat entfernten Halbinsel im Persischen Golf gar auf einen alten Kameraden aus der VW-Stadt treffen: Torwart-Oldie Claus Reitmaier (39) drehte am Sonntag in Katar mit der ARD Aufnahmen für den Saison-Rückblick. Es wird spekuliert, dass der zum Saisonende ausgemusterte Keeper die Reise auch nutzt, um dort einen lukrativen Job für sich zu finden.

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