Sie brauchen sich um nichts zu kümmern
Strategie-Zertifikate: Outperformance mit System

Es ist der alte Wettkampf der Kulturen: Auf der einen Seite das passive Management, das sich rein auf transparente und kostengünstige Index-Investments konzentriert, mithin nie besser und nie schlechter abschneidet als der Markt. Auf der anderen die aktiven Anleger, die durch subjektive Auswahl der vermeintlich besten Aktien ("Stock Picking") eine bessere Wertentwicklung erwirtschaften wollen als der Index ("Outperformance") - ein Unterfangen, das freilich allzu oft scheitert.

Dabei gibt es für dieses Dilemma eine einfache Lösung, so genannte quantitative Investment-Strategien. Diese verbinden die Transparenz und Objektivität einer Index-Anlage mit der Outperformance-Chance des aktiven Managements. Denn die Aktienauswahl basiert hier nicht auf der menschlichen Subjektivität, sondern auf nachvollziehbaren mathematischen Parametern.

Ein Beispiel dazu: Zahlreiche wissenschaftliche Studien haben ergeben, dass Aktien mit einer hohen Dividendenrendite sich langfristig besser entwickeln als der Markt (siehe unten: "Die wichtigsten Strategien"). Ein Anleger, der diesen Ansatz etwa auf europäische Aktien anwenden will, investiert somit nicht in ein Euro Stoxx 50-Zertifikat, sondern ordert von den 50 Euro-Stoxx 50-Werten nur die 15 mit der höchsten Dividendenrendite. Da die Marktverhältnisse sich ändern, muss er sein Portfolio natürlich regelmäßig - etwa alle sechs oder zwölf Monate - entsprechend der jeweils aktuellen Rangliste neu zusammensetzen.

Geldanlage wird berechenbar

Der Vorteil dieser Methode liegt auf der Hand: Da die Auswahl rein mechanisch erfolgt, lässt sich die Strategie für die Vergangenheit zurückrechnen. Anhand dieser Rückberechnung kann man prüfen, ob der gewählte Ansatz langfristig einen Mehrwert brachte - in Form höherer Renditen und/oder geringerer Schwankungen (Volatilitäten) als beim Index.

Manuelle Umsetzung ist sehr aufwändig

Problematisch gestaltet sich indes die Umsetzung: Schon bei nur 15 Aktien und halbjährlicher Umschichtung finden pro Jahr bis zu 30 Transaktionen statt. Angesichts der Bankspesen liegt die Hürde für eine Netto-Überrendite somit enorm hoch. Hinzu kommt der permanente Research-Aufwand, schließlich basieren nicht alle Modelle auf einer so einfach zugänglichen Kennzahl wie der Dividendenrendite.

Strategie-Zertifikate bringen Effizienz und Profi-Know-how

Damit Privatanleger solche professionellen Investment-Ansätze trotzdem nutzen können, gibt es Strategie-Zertifikate. Diese beziehen sich auf einen Aktienkorb, der regelmäßig und automatisch anhand bestimmter Kriterien neu zusammengestellt wird. Wie diese Parameter genau aussehen, das wird vor der Auflegung des Zertifikates genau recherchiert und festgelegt. Sie brauchen sich also um nichts zu kümmern, wenngleich Sie selbstverständlich jederzeit mitverfolgen können, welche Aktien das Zertifikat aktuell abbildet. Auch die Kosten sind kein Problem. Denn mit einer geringen Verwaltungsgebühr von in der Regel 1 bis 1,5 Prozent p.a. ist der gesamte Transaktionsaufwand vollständig abgegolten. Anfallende Dividenden werden meist in den Aktienkorb reinvestiert und auf diese Weise an Sie weitergegeben.

Die wichtigsten Strategien

  • Value Investing: Getreu dem Credo des legendären US-Investors Warren Buffet kaufen "Value"-Investoren nur unterbewertete Aktien mit hoher Ertragsqualität. Als Kriterium für die Auswahl dient zumeist die Dividendenrendite. Denn regelmäßige Ausschüttungen sind als "Shareholder Value" in nachrechenbarer Form ein klares Indiz für Substanz. Außerdem sichert eine hohe Dividendenrendite den Aktienkurs nach unten ab.
  • Growth Investing: Nicht immer haben Substanzwerte an der Börse die Nase vorn. Dann schlägt die Stunde der "Growth"-Investoren, die ihre Portfolios nur mit den Aktien bestücken, die das höchste Gewinnwachstum versprechen. Wie hoch der Aktienkurs schon gestiegen ist, spielt dabei zunächst keine Rolle - denn wenn die Erträge weiter konstant zulegen, wird die Aktie analog an Wert gewinnen.
  • Style Switching: Da sich "Value"- und "Growth"-Zyklen im Zeitverlauf abwechseln, liegt es nahe, beide im Kern logischen Strategien zusammenzufassen. Möglich ist dies über Kennzahlen wie das PEG, eine Art Preis-Leistungsverhältnis für Aktien. Hier wird das Kurs-Gewinn-Verhältnis (als Indikator für niedrige Bewertung) durch die langfristig prognostizierte Gewinn-Wachstumsrate (als "Growth"-Element) geteilt - je niedriger der Quotient, umso besser. Andere Modelle verwenden Parameter wie das aus der Portfolio-Theorie bekannte Sharpe-Ratio um festzustellen, wann man in "Value" oder "Growth" investieren sollte.
  • Momentum: Bei dieser Strategie verhält sich der Anleger wie ein Trittbrettfahrer - getreu der alten Börsenregel "Stay with the trend, the trend is your friend" werden regelmäßig die Aktien gekauft, die schon in der Vergangenheit (etwa in den letzten sechs Monaten) am stärksten gestiegen sind. Vielfach wird dieser Ansatz auch eingesetzt, um das Ergebnis anderer Strategien als zusätzliches Entscheidungskriterium weiter zu verbessern.

Dieser Textbeitrag wurde von der Redaktion des ZertifikateJournals in Zusammenarbeit mit der Deutschen Bank erstellt.

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