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Siebel gegen SAP: 1 000 000 zu Null

Vergleichende Werbung ist doch ein Genuss. Zumindest für den Beobachter. Siebel-Vorstand Paul Wahl, pikanterweise ehemaliger SAP-USA-Chef, fährt eine provokante Werbekampagne.

Es lässt sich mit einem Schmunzeln beobachten, wie der Softwarehersteller Siebel seinen Konkurrenten SAP bei der Software für Kundenbetreuung (Customer Relationship Management oder kurz CRM) zum Werbeduell herausfordert. Der Erfolgsdruck im B2B-Softwaregeschäft scheint sich rasant zu verschärfen.

Siebel startete in der vergangenen Woche eine Anzeigenkampagne, bei der eine Million CRM-Anwender der Version "Siebel 7" Null Anwender der entsprechenden Anwendung von mySAP.com gegenübergestellt werden.

Nach einer aktuellen Studie von Gartner wächst der Markt für CRM um mehr als 30 % pro Jahr. In Deutschland dominieren Anbieter von CRM-Gesamtlösungen, wie beispielsweise SAP oder die Töchter der US-Unternehmen Siebel, Peoplesoft und Oracle.

SAP hatte im September des vergangenen Jahres gegenüber dem Wall Street Journal angekündigt, 400 Vertriebskräfte und 500 neue SAP-Berater im Bereich Kundenbetreuungs-Software einsetzen zu wollen. Der Grund: Man wollte im Vergleich mit dem Hauptkonkurrenten Siebel im Bereich CRM aufholen. "Wir haben seitdem den Bereich deutlich verstärkt", sagt SAP-Sprecher Markus Berner zu Handelsblatt.com, ohne genaue Zahlen zu nennen.

Der Vergleich in der von Siebel geschalteten Anzeige ist allerdings nicht unproblematisch. Während es sich bei den angegebenen 1 000 000 Anwendern des Programms "Siebel 7" um Nutzer einer Vollversion handelt, hat SAP nach eigenen Angaben 1 400 Kunden (also Käufer von mySAP.com, die die CRM-Funktionalität nutzen und Käufer der reinen CRM-Komponente). Angaben zur Nutzerstruktur macht SAP nicht.

Dass die Walldorfer jedoch eine solch deutliche Herausforderung nicht auf sich sitzen lassen können, versteht sich von selbst. "Wir werten die Kampagne als Zeichen, dass Siebel nervös wird", sagt Berner. "Die sehen uns im Rückspiegel." Ob und in welcher Form SAP auf die Anzeige reagieren wird - dazu schweigt sich das Unternehmen aus.

Doch der erste Stich ist Siebel gelungen. Das Unternehmen hat durch die Kampagne mächtig Staub aufgewirbelt. Und angekündigt: Man habe weitere Ideen. Vielleicht nicht wie in der Anzeige suggeriert 1 000 000 - aber bis dato steht es zumindest: 1:0 für Siebel.

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