Sieben bis neun Milliarden US-Dollar Sonderbelastungen
Lucent Technologies halbiert Belegschaft

Der größte amerikanische Telekomausrüster Lucent Technologies Inc. reduziert die Zahl seiner Mitarbeiter durch Massenentlassungen, Verselbstständigungen und Verkäufe von Firmensparten, Produktionsverlagerungen an Fremdbetriebe und weit reichende Umstrukturierungen um etwa die Hälfte.

dpa-afx NEW YORK. Lucent baut die Zahl seiner Beschäftigten von rund 123 000 zum Jahresbeginn 2001 bis zur Beendigung der Umstrukturierungsmaßnahmen auf 57 000 bis 62 000 Mitarbeiter ab. Dies hat die Gesellschaft am Donnerstag vor Analysten bekannt gegeben.

Stellenabbau im In- und Ausland

Lucent hat am Donnerstag 2 200 amerikanische Arbeitnehmer informiert, dass sie ihre Stellen verlieren. Die Gesellschaft hat auch damit begonnen, im Ausland 2 500 Beschäftigte zu benachrichtigen, dass ihre Arbeitsplätze gestrichen werden. Es sollen in den USA bis September weitere 1 000 Stellen wegfallen. Zwischen Oktober 2001 und März nächsten Jahres sollen weitere 4 000 Lucent-Jobs vor allem im Ausland verschwinden.

Lucent hatte bereits 27 000 Stellen durch die Verselbstständigungen und Verkäufe von Unternehmenssparten sowie andere Aktionen eingespart. Weitere 34 000 bis 39 000 Mitarbeiter verlieren außerdem ihre Jobs oder sind bereits nach Hause geschickt worden.

Lucent will mit diesen Radikalmaßnahmen im Geschäftsjahr 2002 wieder aus den roten Zahlen kommen und im folgenden Jahr wieder richtige Gewinne machen.

Enorme Sonderbelastung im vierten Quartal

Lucent erwartet für das vierte Quartal des laufenden Geschäftsjahres eine enorme Sonderbelastung von sieben bis neun Mrd. Dollar (19,2 Mrd DM/9,9 Mrd Euro).

Lucent kann bei einem Quartalsumsatz von etwa 4,75 Mrd. Dollar im kommenden Jahr die Gewinnschwelle erreichen, betonte das Unternehmen. Der Telekomausrüster will im Geschäftsjahr 2003 den Umsatz um zehn bis zwölf Prozent steigern und Bruttomargen von 35 % erreichen.

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