Sieben Fragen an: Dan Hamilton
„Wir werden noch tiefer ins Defizit gehen“

Obama wird den Schuldenberg des US-Haushalts noch vergrößern - und zwar mit Recht. Das glaubt zumindest Dan Hamilton, ehemaliger Staatssekretär im amerikanischen Außenministerium. Im Interview spricht er über Inflation, Protektionsimus und deutsche Erwartungen.

Finanzkrise und Rezession machen die Handlungsspielräume für den neuen Präsidenten Obama eng. Wie wird er damit umgehen?

Obama wird ein Konjunkturprogramm auflegen und damit in das Land und seine Infrastruktur investieren. Er setzt nicht aufs Geldausgeben wie bisher, wo es hieß: "Go shopping." Wir werden dabei vor allem Investitionen sehen, die das Land schrittweise von seiner Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen befreit. Im Grundsatz gilt: Die USA müssen ökonomisch neu positioniert werden, damit es wieder bessergeht.

Aber jede staatliche Investition erhöht zunächst das Defizit ...

Richtig, aber ich denke, dass eine Obama-Regierung dazu bereit ist. Die Republikaner können dagegen nicht viel einwenden - sie waren es schließlich, die mit dem Defizit angefangen haben. Wahrscheinlich stehen wir vor Jahren, in denen wir noch tiefer in das Defizit gehen müssen, um das Land neu auszurichten.

Birgt das nicht die Gefahr einer erhöhten Inflation?

Die eigentliche Gefahr ist im Moment die Rezession, nicht die Inflation. Die USA waren zudem schon immer bereit, etwas mehr Inflation in Kauf zu nehmen als etwa Deutschland. Der Schlüssel ist Wachstum. Wir müssen aus diesem Loch herauskommen. Und die nächsten zwei Jahre werden nicht einfach.

Was sind die drei wichtigsten Dinge, die Obama zu Beginn seiner Amtszeit zu tun hat?

Das ökonomische Stimuluspaket, die Gesundheitsreform, eine Lösung für den Irak.

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