Sieben Gesellschaften gehen an US-Investor
Sommerschlussverkauf bei Siemens

Der Münchner Siemens-Konzern wird nach Angaben aus Branchenkreisen sieben Gesellschaften aus verschiedenen Bereichen für rund 1,7 Milliarden Euro an den US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts (KKR) verkaufen.

Reuters LONDON/ MÜNCHEN. Ein entsprechender Vertrag werde noch am Donnerstagabend unterzeichnet, die Transaktion dann am Freitag veröffentlicht, erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus den Kreisen. Verkauft würden vier aus der Übernahme der Mannesmann-Maschinenbausparte Atecs übrig gebliebene sowie drei aus dem Siemens-Konzern stammende Gesellschaften.

Der Markt zeigte sich allerdings über den erzielten Kaufpreis enttäuscht. Nach der Nachricht bauten die Siemens-Aktien ihre Verluste aus und notierten fast sechs Prozent im Minus bei 47,41 Euro. Sprecher von Siemens und KKR lehnten einen Kommentar ab.

Der Münchner Konzern sucht vor allem für die ehemaligen Atecs-Geschäfte schon länger nach Käufern. Dabei war über einen Kaufpreis von bis zu zwei Milliarden Euro spekuliert worden. "Ich glaube, der Markt ist etwas enttäuscht", sagte James Stettler, Analyst bei Dresdner Kleinwort Wasserstein in London. Der Markt für Unternehmensverkäufe sei aber derzeit ein Käufermarkt, fügte er hinzu. Der Preis sei daher "nicht großartig, aber okay". "Siemens räumt sein Portfolio auf und das ist gut."

Siemens hatte die Maschinenbau-Sparte von Mannesmann zusammen mit der Robert Bosch GmbH übernommen und zum Teil in die eigenen Sparten eingegliedert. Übrig blieben der Spritzgussmaschinen-Hersteller Mannesmann Plastics Maschinery (MPM), die Krangesellschaften Demag Cranes and Components und Gottwald sowie das Gasfedergeschäft Stabilus, die nun nach Angaben aus Branchenkreisen an KKR verkauft werden.

Hinzu kämen das Keramik- und Zählergeschäft aus dem Siemens-Arbeitsgebiet Energie sowie eine regionale Datennetzgesellschaft aus der Sparte ICN. Der US-Investor KKR wolle etwa 1,2 Milliarden Euro über die Banken JP Morgan, HypoVereinsbank and die Canadian Imperial Bank of Commerce finanzieren.

Zum Verkauf bei Siemens steht auch der 49-prozentige Siemens-Anteil an dem Panzerbauer Krauss Wegmann-Maffei (KMW). Als Interessent gilt unter anderem der US-Konzern General Dynamics.

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