Sieben Milliarden Euro Miese
E-Plus beschert KPN rote Zahlen

Abschreibungen auf die deutsche Mobilfunktochter E-plus haben der niederländischen Telefongesellschaft KPN einen Rekordverlust beschert.

Reuters AMSTERDAM. Im laufenden Jahr will das Unternehmen aber zu einem positiven Cash-Flow zurückkehren und erwartet eine solide Verbesserung des Ergebnisses.

Nach einer höher als ursprünglich geplanten Abschreibung auf die Tochter E-Plus schloss KPN mit einem Nettoverlust von 7,5 Milliarden Euro ab, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Dies ist der höchste Fehlbetrag, den je ein niederländischer Konzern erlitten hat. Nachdem KPN mit Akquisitionen wie E-Plus und Investitionen in europäische UMTS-Lizenzen gefährlich tief in die roten Zahlen gerutscht war, hat der Schuldenabbau mittels Stellenstreichungen und Konzentration aufs Kerngeschäft Experten zufolge oberste Priorität. KPN-Aktien gaben im Amsterdamer Handel gegen den Trend knapp 0,2 Prozent nach auf 5,25 Euro.

"KPN hatte 2001 sicherlich ein schwieriges Jahr. Aber es hat seine Prognosen ziemlich gut eingehalten und die meisten der Berichtszahlen liegen auch in Einklang mit den Analystenerwartungen", sagte Chris Brown, Telekom-Analyst bei J.P. Morgan in London. Daher habe sich auch die Aktie im frühen Handel vergleichsweise gut gehalten.

In diesem Jahr will KPN 5280 der mehr als 35.000 Arbeitsplätze streichen und hat dafür den Angaben zufolge Rückstellungen über 676 Millionen Euro gebildet. Bis Ende 2004 sollen über natürliche Fluktuation weitere 1300 Stellen abgebaut werden.

Vor Sonderposten und Firmenwertabschreibungen verdoppelte KPN seinen Konzernverlust 2001 auf 1,41 Milliarden Euro (Vorjahr: 626 Millionen Euro). Dies war etwas mehr als Analysten erwartet hatten. Vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) erzielte KPN dagegen einen Gewinn von rund 3,59 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Anstieg von 5,5 Prozent zum Vorjahr. Für 2002 erwartet KPN ein zweistelliges Ebitda-Wachstum und einen einstelligen Umsatzanstieg nach 12,36 Milliarden Umsatz 2001.

Die Schuldenlast von KPN soll bis Ende dieses Jahres im Zuge der geplanten Stellenstreichungen und weiterer Kosteneinsparungen auf 14,9 von derzeit rund 15,7 Milliarden Euro schrumpfen. Die Niederländer wollen dazu auch Beteiligungen außerhalb ihrer Kerngeschäfte in den Niederlanden, Belgien und Deutschland abstoßen.

Als Sorgenkind für KPN entpuppte sich vor allem die Tochter E-Plus, die die hohen Erwartungen angesichts des Wettbewerbs auf dem deutschen Mobilfunkmarkt bislang nicht erfüllte. In der Vorwoche hatte der Konzern angekündigt, seine Mehrheitsbeteiligung an E-Plus im Jahr 2001 mit 12,4 Milliarden Euro höher abzuschreiben als geplant. Ursprünglich hatte KPN eine Abschreibungssumme von neun bis elf Millionen Euro angesetzt. Die Ebitda-Marge von E-Plus ging im vierten Quartal 2001 geringfügig auf 29,5 von 30,0 Prozent im Vorquartal zurück.

KPN hat vor drei Jahren 77,5 Prozent des drittgrößten Mobilfunkbetreibers für 18,7 Milliarden Euro gekauft und auch die restlichen 22,5 Prozent inzwischen übernommen. KPN-Chef Ad Scheepbouwer hatte in der vergangenen Woche signalisiert, KPN wolle einen Partner oder Käufer für E-Plus finden.

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