Archiv
Siebte Zinssenkung in diesem Jahr

Die US-Märkte gaben nach Bekanntgabe der Zinssenkung ihre Tagesgewinne ab und drehten ins Minus. Es scheint mehr die Sorge über die weitere Entwicklung der US-Konjunktur als die Enttäuschung über die Höhe des Zinsschritts zu sein, die die Märkte belastete.

Denn wie von der Mehrheit der Experten erwartet, senkte die US-Notenbank die Leitzinsen um 25 Basispunkte auf 3,5 Prozent. Nun liegt der Zinssatz so niedrig wie schon seit sieben Jahren nicht mehr. Notenbankchef Alan Greenspan signalisierte, dass weitere Zinsschritte in diesem Jahr möglich seien. Zwar immer noch froh über die Handlungsbereitschaft der US-Notenbank zeigen sich die Anleger zunehmend darüber besogt, wie lange die wirtschaftliche Durststrecke noch anhalten soll. Zwar habe die Nachfrage der US-Haushalte die Wirtschaft stützen können, doch belasteten niedrige Unternehmensgewinne, weiterhin rückläufige Investitionen und das geringe Wachstum auf den ausländischen Märkten die US-Konjunktur, erklärte Alan Greenspan.

Erst vergangenen Monat hatte "Big Al" erklärt, dass die bisherigen Zinssenkungen noch nicht ausgereicht hätten, um die US-Wirtschaft wieder in Gang zu bringen. Nun gingen die Unternehmensgewinne im zweiten Quartal mit 16 Prozent so stark zurück, wie schon seit zehn Jahren nicht mehr. Vor allem die rückläufigen Unternehmensinvestitionen hätten die wirtschaftlichen Erholung gebremst. Die geringe Nachfrage haben die Produzenten gezwungen, die Lagerbestände und damit die Produktion zu reduzieren, so der Notenbankhäuptling weiter. Besonders Unternehmen der Telekommunikations-, Computer- und Softwareindustrie hatten darunter zu leiden. In diesen Bereichen gingen die Ausgaben bereits im dritten Quartal in Folge zurück.

Der Dow Jones Index rutschte nach Bekanntgabe der Entscheidung über 1,4 Prozent ins Minus und schloss bei 10 174 Punkten. Der Nasdaq Index büßte 2,6 Prozent ein und ging mit 1831 Zählern aus dem Rennen. Vor allem IBM, American Express und Procter & Gamble gehörten zu den größten Verlierern des Dow Jones Index. Auch die Einzelhandelswerte Wal-Mart, Home Depot und Discounthändler Kmart gerieten am Dienstag unter Druck. Die Aktie von der drittgrößten US-Discountkette Target rutschte trotz guter Quartalszahlen 4,7 Prozent in die Verlustzone. Target hat Kmart, die zweitgrößte Discountkette der USA, wegen irreführender Werbung verklagt. Das Papier der Elektronik-Kette Circuit City geriet ebenfalls in den Abwärtsstrudel und verlor 6,5 Prozent. Auch die angekündigte Kooperation mit dem Internetexperten Amazon gab dem Titel keinen Auftrieb. Der Elektronik-Händler will künftig seine Produkte auch über die Internetseiten des Onlinebuchhändlers vertreiben. Bei den Anlegern von Amazon fand die Nachricht wenig Anklang. Die Aktie von Amazon verlor fast fünf Prozent.

Die Verluste des Nasdaq Index konnten die Kursgewinne bei Immunex und Medtronic zumindest zu einem Teil begrenzen. Bei Immunex sorgen positive Testergebnisse für frischen Wind. Enbrel, Immunex´ Mittel gegen rheumatische Arthritis, hat in sechsmonatigen klinischen Tests auch bei Patienten, die unter Schuppenflechte leiden, "beträchtliche" Linderung gezeigt, teilte Immunex mit. Das Unternehmen können nun mit Enbrel im Jahr 2002 Umsätzen in Höhe von einer Milliarde Dollar erwirtschaften, prognostizierten die Analysten von Goldman Sachs. Die Aktie wird als "Market Outperformer" eingestuft. Das Papier legte vier Prozent zu. Medtronic profitierte von erfreulichen Quartalszahlen. Die Analysten der Deutsche Banc Alex Brown erhöhten die Gewinnerwartungen für das Unternehmen. Das Papier gewann zwei Prozent.

Zeitlich gut im Rennen zeigte sich Herzspezialist Guidant. Durch die Zusammenarbeit mit dem kleinen privaten Unternehmen Cook wird Guidant die Markteinführung spezieller Gefäßprothesen, die mit entzündungshemmenden Medikamenten umhüllt sind, voraussichtlich sechs Monate eher vornehmen können als geplant. Die Guidant-Prothesen werden in der Herzchirurgie verwendet. Die Aktie gewann fast elf Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%