Sieg auch gegen Roddick
Schüttler tadellos

In einem Tiebreak-Krimi hat sich Rainer Schüttler auch vom momentan besten Spieler der Welt nicht stoppen lassen. Durch seinen Sieg gegen Andy Roddick ist er vorzeitig ins Halbfinale gestürmt.

HB HOUSTON. Mit einer wiederum tadellosen Leistung setzte sich der Korbacher am Donnerstag in Houston/Texas gegen den Amerikaner Andy Roddick mit 4:6, 7:6 (7:4), 7:6 (7:3) durch und blieb damit bei seiner Masters-Cup-Premiere auch im zweiten Match ungeschlagen. Am Abend profitierte der 27-Jährige dann vom 6:2, 6:3-Sieg des Argentiniers Guillermo Coria im Duell der Erstrunden-Verlierer gegen den Spanier Carlos Moya, so dass seinem vorzeitigen Einzug in die Vorschlussrunde am Samstag auch eine Niederlage im letzten Gruppenspiel diesen Freitag gegen Moya nichts mehr im Wege steht.

Auch im dritten Match dieser Saison gegen den Aufsteiger des Jahres hatte Schüttler am Ende die Nase vorn. Nur den ersten Vergleich im Vorjahr am Hamburger Rothenbaum hatte der Amerikaner gewinnen können - danach aber sowohl bei den Australian Open und auch in Indian Wells den Kürzeren gezogen. Doch diesmal sah es zunächst gar nicht nach einem Erfolg des Hessen aus. Als sei er noch nicht ausgeschlafen, verschenkte er sein Aufschlagspiel ohne großen Widerstand. Zwar konnte er zum 4:4 die Partie noch einmal ausgleichen, weil er Roddick gnadenlos über den Hartplatz scheuchte und geschickt Tempo und Länge der Bälle variierte. Doch die Schwächephase des 21-jährigen Lokalmatadors dauerte nicht lange. Und prompt hatte sich der Wahl-Schweizer das Rebreak eingefangen und den ersten Satz verloren.

Auch im zweiten Durchgang zeigte Schüttler seine bekannten Qualitäten. Kampf- und laufstark brachte er Roddick ein ums andere Mal in Verlegenheit, vergab aber drei Breakbälle im sechsten Spiel. Im Tiebreak machte er es besser und gab dem Schützling des früheren Agassi-Trainers Brad Gilbert das Nachsehen. Das Stimmungshoch dauerte aber nicht lange, denn Roddick ging sogleich mit 3:0 in Führung. Und verlor diese passend zu dem kuriosen Spielverlauf sofort wieder. Am Ende hatte Schüttler die besseren Nerven und auch das Quäntchen Glück und feierte seinen zweiten WM-Sieg.

Für Andy Roddick dagegen war die Ehrung für Platz eins im Champions Race, den er auch in der Jahres-Endrechnung einnehmen wird, verhagelt. "Vielleicht hätte ihm Ex-Präsident George Bush die Auszeichnung an einem anderen Tag oder vor dem Match überreichen sollen", meinte Schüttler.

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