Sieg für Carly Fiorina
Grünes Licht für Computer-Ehe

Walter Hewlett hat nach der Zurückweisung seiner Klage gegen die Fusion des Computerkonzerns Hewlett-Packard mit dem PC-Hersteller Compaq den Widerstand gegen das Vorhaben aufgegeben.

dpa LOS ANGELES. Der Weg für die weltgrößte Computerfusion zwischen den US-Herstellern Hewlett-Packard (HP) und Compaq ist frei. Fusionsgegner Walter Hewlett gab nach der Entscheidung eines US-Richters in Wilmington (Delaware) seinen Widerstand auf und will das Projekt nun unterstützen. Der Richter William Chandler hatte gegen Hewlett entschieden, der mit einer Klage versucht hatte, den 18,6 Milliarden Dollar (rd. 20,6 Mrd Euro) teuren Kauf der Compaq Computer durch HP zu torpedieren.

Carly Fiorina, die Chefin des zweitgrößten Computerkonzerns der Welt, hat damit nach monatelangen erbitterten Auseinandersetzungen jetzt endgültig gesiegt. Damit dürfte die Fusion am 7. Mai über die Bühne gehen.

Der Richter hatte dem Unternehmen am Dienstag auf ganzer Linie Recht gegeben. Hewlett, der Sohn eines der beiden HP-Mitgründer, warf daraufhin in der Nacht zum Mittwoch das Handtuch. Hewlett will im obersten Landesgericht von Delaware keine Berufung einlegen. Er wird auch die Auszählung der Stimmen für die Compaq-Übernahme nicht mehr anfechten, die die HP-Aktionäre am 19. März auf einer außerordentlichen Hauptversammlung abgegeben hatten. Es haben sich nach vorläufigen Abstimmungsergebnissen 51,4 Prozent der HP-Aktionäre für und 48,6 Prozent gegen den Compaq-Kauf ausgesprochen.

Hewlett war in der vergangene Woche nach 15-jähriger Zugehörigkeit nicht mehr in den HP-Verwaltungsrat gewählt worden. Er hatte HP in der Klage vorgeworfen, den Aktionären wichtige Informationen über die Fusionsauswirkungen vorenthalten zu haben. Er hatte HP auch beschuldigt, bei der Deutsche Bank Asset Management Stimmenkauf betrieben zu haben. Der Richter wies die Anschuldigungen als unbegründet zurück.

Hewlett betonte, er habe im Hinblick auf die Vorzüge des Compaq- Kaufs nicht mit dem Verwaltungsrat übereingestimmt. Er sei aber immer dafür gewesen, die Werte für die HP-Aktionäre zu steigern. "Ich werde deshalb alles Mögliche tun, um die erfolgreiche Umsetzung der Compaq- Akquisition durch HP zu unterstützen", erklärte er. Er werde die Leistungen des Unternehmens weiter beobachten.

Hewlett hatte statt einer Compaq-Übernahme auf einen Ausbau der Drucker- und anderer lukrativer HP-Geschäftssparten gedrängt. Fiorina will HP durch den Zusammenschluss mit Compaq zu einem schlagkräftigeren Computerkonzern mit breiterer Produktpalette machen, um besser gegen den Branchenführer IBM und andere Technologieriesen gewappnet zu sein.

In dem Gerichtsstreit war es darum gegangen, ob HP die Geschäftsziele bei der geplanten Fusion mit Compaq erreichen würde und ob man den Aktionären diesbezügliche Informationen vorenthalten habe. Es habe sich in den Unterlagen nicht gezeigt, dass HP gelogen oder absichtlich irregeführt habe, erklärte der Richter in seiner Begründung.

Hewlett hatte HP außerdem vorgeworfen, die Deutsche Bank Asset Management habe 17 Millionen Stimmen für die Transaktion abgegeben, weil HP gedroht habe, der Bank zukünftige Geschäfte vorzuenthalten, falls sie nicht für die Fusion stimme. Der Richter sah jedoch keinen Versuch, die Deutsche Bank zu nötigen.

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