Sieg für Montillet: Blech statt Gold: Hilde Gerg nur Vierte

Sieg für Montillet
Blech statt Gold: Hilde Gerg nur Vierte

Blech statt Gold-Hattrick: Hilde Gerg hat durch einen ärgerlichen Patzer eine historische Chance für die deutsche Ski-Mannschaft verspielt und in der alpinen Königsdisziplin Abfahrt um die Winzigkeit von einer Zehntelsekunde Bronze verpasst.

HB/dpa Salt Lake City. Die große Favoritin aus Lenggries musste sich am Dienstag beim Auftaktrennen der Damen mit dem enttäuschenden vierten Platz begnügen, ihren Teamkolleginnen erging es noch schlechter. "Ich bin sehr enttäuscht. Ich hatte schon gedacht, dass es für eine Medaille reichen könnte. Ich habe die Einfahrt zum Steilhang verpatzt und da die Medaille verloren", sagte eine sichtlich deprimierte Hilde Gerg dem ZDF.

Völlig überraschend sorgte Carole Montillet für einen Außenseitersieg. Die Französin gewann auf der "Wildflower"-Piste in der Zeit von 1:39,56 Minuten vor Isolde Kostner (Italien) und der Österreicherin Renate Götschl. Noch nie hatte Carole Montillet, die mit der zu Saisonbeginn tödlich verunglückten Regine Cavagnoud befreundet war, zuvor eine Weltcup-Abfahrt gewonnen.

Der Triumph in der Abfahrt von Snowbasin war nicht nur das erste Edelmetall ihrer Karriere und das erste Alpin-Gold für Frankreichs Damen seit 1968, sondern auch die erste Goldmedaille für die Equipe Tricolore bei diesen Winterspielen. "Ich denke jeden Tag, jede Minute an Regine", sagte Carole Montillet nach dem Triumph.

"Es war heute ihr Tag. Sie hat eine schwere Zeit hinter sich", meinte Hilde Gerg. Die 26-jährige Bayerin hatte mit ihrer Zeit von 1:40,49 Minuten 0,93 Sekunden Rückstand auf die Siegerin. Zweitbeste Deutsche war Regina Häusl (Schneizlreuth) auf Rang zehn. Sibylle Brauner (Aising-Pang) kam auf den 25. Platz. Petra Haltmayr schied aus.

In den vergangenen Jahren war die Abfahrt eine Domäne der deutschen Damen gewesen. Bei den letzten Winterspielen in Lillehammer (1994) und Nagano (1998) hatte sich die inzwischen zurückgetretene Katja Seizinger zur Ski-Königin gekrönt. Hilde Gerg hätte mit einem Sieg dafür sorgen können, dass erstmals eine Mannschaft bei Olympia drei Mal in Folge Abfahrts-Gold holt.

Hilde Gerg hatte im obersten Streckenabschnitt noch eine Zwischenbestzeit vorgelegt, jedoch nach einem Fehler in einer Rechtskurve kontinuierlich verloren. Am Ende fehlten 3,12 Meter auf den Bronze-Rang. Als sie ins Ziel kam, zuckte sie resignierend die Schultern. Zuvor hatte die Fahrt der ersten deutschen Starterin nur 45 Sekunden gedauert. Petra Haltmayr (Rettenberg), die erst vor kurzem eine äußerst schmerzhafte Schulterprellung erlitten hatte und für den olympischen Auftakt auf die Zähne gebissen hatte, schied nach einem Innenski-Fehler aus. Nur mit einer akrobatischen Einlage konnte sie einen Sturz vermeiden.

Bis zum Start hatten die Läuferinnen bereits eine Nerven aufreibende Geduldsprobe hinter sich. Am Dienstag hatte erstmals in der Olympia-Geschichte die zweite Absage einer alpinen Damen-Abfahrt in Folge gedroht. Windböen im oberen Streckenteil der "Wildflower"- Piste brachten die Terminplanung durcheinander. Ursprünglich war das Rennen für den Montag terminiert gewesen, dann auf den Dienstag verlegt; anschließend wurde die Startzeit noch zwei Mal verschoben. "Ich glaube, dass alle Rennläuferinnen damit gut umgehen können. Das sind sie seit Jahren gewohnt", sagte der deutsche Cheftrainer Wolfgang Maier über die Einstellung der Sportlerinnen zur Wetter-Problematik.

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